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21.11.2008 
Darüber spricht das Netz

Google zieht iPhone dem eigenen G1 vor

von Jens Schröder

Mit einer spektakulären Spracherkennungssoftware beglückt Google die Besitzer von Apples iPhone - Nutzer des Google-Telefons G1 schauen hingegen in die Röhre. Seinem Second-Life-Klon Lively schaltet Google unterdessen die Lichter aus und die größte PC-Zeitschrift der USA erscheint nur noch im Internet - "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".

G1-Besitzer kommen nicht in den Genuss des neuen Angebots. Foto: apLupe

G1-Besitzer kommen nicht in den Genuss des neuen Angebots. Foto: ap

Obwohl erst vor einigen Wochen mit dem G1 das erste Google-Telefon auf den Markt kam, beschert nun ausgerechnet Google Apples iPhone eine der spektakulärsten Zusatz-Applikationen. Mit der am Montag veröffentlichten Spracherkennungssoftware ist es iPhone-Nutzern möglich, nach Informationen im Netz zu suchen, indem sie ganz einfach in ihr Telefon sprechen. So führt der Befehl "Movie Showtimes" beispielsweise vollautomatisch zu der Übersicht der Kinofilm-Startzeiten. Die Stadt, in der sich der Suchende befindet, erkennt Google dabei ebenfalls automatisch. Eine Suche nach dem "Nearest Starbucks" führt entsprechend zur nächstgelegenen Filiale der Kaffeekette.

Auch wenn die Software noch ein paar Kinderkrankheiten hat und einige englische Akzente nicht richtig erkannt werden, sorgt sie in den internationalen Blogs doch für Aufsehen: Schließlich zeigt sie, in welche Richtung mobile Internet-Dienste in den kommenden Jahren gehen werden: immer einfacher zu bedienen, immer komfortabler und damit immer tauglicher für Mainstream-Nutzer, denen das Bedienen eines aufwändigen Mobiltelefons zu kompliziert ist. Warum Google das iPhone dabei dem eigenen G1 vorzieht, dürfte klar sein: Während Apples Gerät bereits viele Millionen Besitzer in aller Welt erfreut, war der G1-Start eine Enttäuschung: ein Hype blieb aus, das Telefon spielt bisher keine nennenswerte Rolle im Markt. Für das immer auf die Masse zielende Unternehmen also eine klare Sache.

Internet-Links

Bei einem anderen Google-Dienst zieht der Internet-Multi hingegen schon sechs Monate nach Start den Stecker. Lively, die Community, die zur Alternative zu Second Life werden sollte, wird am 31. Dezember abgeschaltet. Im eigenen Blog gibt das Unternehmen als Grund an, dass man sich lieber auf seine Kerngeschäfte konzentrieren möchte. Eine Rolle dabei dürften auch die Zugriffszahlen gespielt haben, die nach einem anfänglichen Hype schnell fielen. Derzeit verzeichnet Lively.com laut Google-Angaben weltweit nur 260.000 Nutzer pro Monat - für eine Website der erfolgsverwöhnten Firma viel zu wenig. Offenbar ist den Nutzern das Leben in Internet-3D-Welten aber ohnehin nicht wichtig: Auch bei Second Life fallen die Nutzerzahlen seit über einem Jahr kontinuierlich.

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