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18.04.2008 
Darüber spricht das Netz

Microsoft greift Google Maps an

von Jens Schröder

Mit einer Reihe von neuen Features wird Microsofts "Live Maps" zum ernsten "Google Maps"-Konkurrenten. In Sachen Internet-Videos ist Google mit seinem Dienst YouTube hingegen nicht zu stoppen, wie neueste Zahlen aus den USA zeigen. Unterdessen drehte sich eine hitzige Diskussion der vergangenen Tage um die Frage, ob das mobile Internet bereits tot sei. "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".

Microsoft will Google Maps angreifen. Foto: dpaLupe

Microsoft will Google Maps angreifen. Foto: dpa

Mit einer langen Liste neuer Features ist Microsofts Karten-Service "Live Maps" wohl endgültig zu einem ernsthaften Konkurrenten für "Google Maps" geworden. Nachdem in der vergangenen Woche schon aktuelle Verkehrshinweise für die USA in "Live Maps" integriert wurden, kamen nun weitere nützliche Gimmicks hinzu. So können mit dem Tool "MapCruncher" nun andere Bilder über "Live Maps"-Karten gelegt werden. Als Beispiele sind Gebäudekarten für Universitätsgelände oder Sitzschemata für Sportstadien und Konzerthallen denkbar. Ebenfalls neu: eine Export-Funktion für GPS-Geräte, 3D-Bilder für einige US-Städte und eine Funktion namens "GeoRSS". Damit lassen sich alle Ergänzungen, die Nutzer an einem bestimmten Kartenausschnitt vornehmen, per RSS-Feed abonnieren. So wird man beispielsweise jederzeit informiert, wenn ein neues Restaurant oder ein neuer Laden in den gewählten "Live Maps"-Ausschnitt eingetragen wird.

Auch von Nutzern für Google Maps entwickelte Zusatzkarten, so genannte Mashups, können künftig in "Live Maps" verwendet werden. Google wiederum hat seinem "Google Maps"-Service ebenfalls eine neue Funktion gegönnt. Künftig werden passende YouTube-Videos in die Karten integriert. So können Hotel- oder Restaurantbesitzer zu ihrem Eintrag in der Karte gleich auch noch ein Video hinzustellen. "Google Maps" wird damit zu einer Art Gelbe Seiten mit Bewegtbild. Und noch mehr Neuigkeiten aus der Landkartenbranche: Der große "Google Maps"-Bruder "Google Earth" hat in seiner neuen Version 4.3 ebenfalls neue Features bekommen: Echtzeit-Sonnenlicht, mehr 3D-Gebäude, Street-View-Integration und vieles mehr. Dank Microsoft und Google ist es so spannend wie nie zuvor, sich Landkarten anzuschauen.

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Der Internet-Video-Hype ist nicht zu stoppen, wie neueste Zahlen aus den USA zeigen. Laut comScore haben US-Bürger im Februar sage und schreibe 10,1 Milliarden Videos im Netz angeschaut - 66 % mehr als im Februar 2007. Der durchschnittliche amerikanische Internetnutzer hat damit 75 Videos konsumiert. Marktführer bleibt dabei Google und Tochterfirma YouTube. Mehr als 35 Prozent der angeschauten Videos stammten laut comScore von dort. Auf den Plätzen folgen die Seiten von Rupert Murdochs Fox (z.B. MySpace) und Yahoo. Forschungskonkurrent Hitwise hat sich die Visits im Markt der Video-Plattformen angeschaut und kommt auf eine noch größere YouTube-Dominanz. Demnach hatte die Website im März einen Marktanteil von über 73 Prozent und schlug damit MySpaceTV (9 Prozent) und Google Video (4 Prozent) überaus deutlich. YouTube wird immer mehr zu Synonym für Videos im Internet.

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Eine der hitzigsten Blog-Diskussionen drehte sich in der vergangenen Woche um die Frage, ob das mobile Internet schon tot sei oder erst langsam in Fahrt komme. Ausgelöst hatte den Streit der ehemalige Yahoo-Mann Russell Beattie, der mittlerweile eine Firma für mobile Browser namens Mowser besaß, die er nun schließt, weil die Nutzerzahlen im mobilen Internet enttäuscht hätten. Beatties Kritiker argumentieren, dass das mobile Netz erst seit dem Erfolg von Smartphones wie dem iPhone in Fahrt kommt und in den kommenden Jahren boomen wird. Vielleicht ist der Mowser-Misserfolg ja auch hausgemacht - andere Unternehmen investieren schließlich weiterhin Zeit und Geld in neue mobile Software. So bastelt Firefox-Hersteller Mozilla an Minimo, Opera Mini wird fröhlich weiterentwickelt und nicht zuletzt gibt es die iPhone-Variante von Apples Safari. "Tot" klingt anders.

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