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03.10.2008 
Darüber spricht das Netz

MySpace Music stößt auf viel Kritik

von Jens Schröder

Er ist zwar endlich am Start, doch mit einigen Anlaufschwierigkeiten: Der neue Ableger von MySpace, MySpace Music. Weitere Schwierigkeiten ergeben sich durch die Finanzkrise und eine umstrittene Entscheidung des Handelsriesen Wal-Mart. "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".

Start mit Anlaufschwierigkeiten: MySpace Music. Foto: apLupe

Start mit Anlaufschwierigkeiten: MySpace Music. Foto: ap

Das nach langer Wartezeit an den Start gegangene Angebot MySpace Music wurde von den Bloggern nicht gerade euphorisch aufgenommen. Die Website, auf der sich Musik aller großen Plattenfirmen anhören und downloaden lässt, sorgt bei einigen Bloggern für Kopfschütteln. "MySpace Music ist really, really bad", schreibt beispielsweise das bekannte Tech-Blog "Mashable". Eins der oft genannten Argumente für die noch fehlende Qualität bei MySpace Music: Der Musikkatalog ist noch sehr lückenhaft. Oft lassen sich Songs kostenlos anhören, will man sie dann aber kostenpflichtig downloaden, besteht keine Möglichkeit. Zwar sind die vier großen Majors mit an Bord, doch gerade bei den unabhängigen Labels fehlen noch viele Verträge.

Im Gegensatz zu den großen Vier will MySpace die Indies nicht direkt am Unternehmen MySpace Music beteiligen - daher steht eine Einigung noch aus. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Bedienung der komplizierten Website. Gerade dann, wenn man halblegale und illegale Konkurrenten ausstechen will, muss man auf eine möglichst einfache Bedienung setzen. Der für deutsche Nutzer wichtigste Kritikpunkt aus Reihen der Blogger: MySpace Music funktioniert nur in den USA. Wie viele andere Konkurrenten auch, ist es der Firma nicht gelungen, die komplizierten Rechtefragen zu klären. Außerhalb der USA wird der MySpace-Music-Link daher weiterhin auf die alte Seite umgelenkt, auf der lediglich einige Musikvideos und Künstler beworben werden. Trotz der negativen Kritik könnte MySpace Music aber dennoch ein Erfolg werden, schließlich verfügt der Dienst durch MySpace auf Anhieb über ein potenzielles Millionenpublikum.

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Auch die aktuelle Finanzkrise wird in den internationalen Blogs heftig diskutiert. Angefeuert hat die Diskussion Jason Calacanis, CEO der Suchmaschine Mahalo. Seiner Meinung nach werden 50 bis 80 Prozent der US-Start-Ups die kommenden 18 Monate nicht oder nur schwer überleben. Der Börsen-Kollaps und die aufziehende Rezession in den USA werden in den kommenden Jahren für schwere Zeiten sorgen, so Calacanis. Start-Ups gibt er noch zehn Tipps mit auf den Weg, mit denen sie auch in einem am Boden liegenden Markt überleben können. Eine Antwort auf Calacanis stammt von Silicon Alley Insiders Fred Wilson. Er gibt zu bedenken, dass Start-Ups, die mit Venture-Capital finanziert wurden, zwar nicht so sehr in Gefahr sind, die Krise aber definitiv dafür sorgen wird, dass überall ein wenig mehr auf Profitabilität geachtet werden muss. Ebenfalls sehr lesenswert: Ein langer Artikel bei Techdirt, der die Finanzkrise und ihre Auswirkungen aufs Silicon Valley zu erklären versucht, sowie die Tipps, "How start-ups can survive" bei Webware.

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Ein weiteres Argument gegen das Digital Rights Management (DRM), mit dem Musikdateien kopiergeschützt werden, liefert Wal-Mart dieser Tage. Nachdem der Musikdownloadshop der Handelskette seit einigen Monaten nur noch freie MP3s verkauft, schaltet Wal-Mart nun seinen DRM-Server und damit die Unterstützung für früher bei Wal-Mart gekaufte Musik ab. Nutzer, die bis dahin ihre legal erworbene Musik nicht auf CD brennen, sitzen anschließend nur noch auf einer Menge unbrauchbarem Datenschrott. Wal-Mart reiht sich damit in die Liste von Firmen ein, die bereits ähnliches getan haben, darunter so illustre Namen wie Microsoft, Sony und Yahoo.

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