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16.05.2008 
Darüber spricht das Netz

Peinlicher Kleinkrieg

von Jens Schröder

Auktions-Gigant Ebay und Anzeigenplattform Craigslist liefern sich derzeit einen juristischen Krieg mit Anzeigen und Gegenanzeigen. Unterdessen hat die Erdbeben-Katastrophe in China auch im Internet für Aufsehen gesorgt und Medien-Multi CBS hat das News-Angebot "CNet" übernommen. D. "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".

Ebay liefert sich einen peinlichen Kleinkrieg mit der Anzeigenplattform Craiglist. Foto: apLupe

Ebay liefert sich einen peinlichen Kleinkrieg mit der Anzeigenplattform Craiglist. Foto: ap

Das weltweit größte Auktionshaus Ebay und die Anzeigenbörse Craigslist liefern sich in Kalifornien derzeit eine hitzige juristische Auseinandersetzung. Begonnen hatte der Kampf mit einer Klage von Ebay gegen Craigslist. Der Plattform wurde von Ebay vorgeworfen, mit illegalen Methoden versucht zu haben, den Einfluss von Ebay zu verringern. Ebay besitzt 28,4 % der Craigslist-Anteile. Zudem stört Ebay, dass Craigslist weit weniger Geld verdient als es könnte, da viele Dienste kostenlos angeboten würden.

Gründer und Boss Craig Newmark ist bekannt dafür, nicht um jeden Preis Milliarden scheffeln zu wollen, sondern nur so viel, dass das Unternehmen gut davon leben kann. Seine Rache an Ebay hat er nun am California Superior Court eingereicht: eine Gegenklage. Darin wirft Newmark Ebay vor, Firmengeheimnisse dafür genutzt zu haben, mit Kijiji einen Craigslist-Konkurrenten auf den Markt zu bringen. Zudem hätte Ebay Werbeanzeigen unter dem "Craigslist"-Label bei Google geschaltet, die dann aber zu Kijiji führten. Wie der Kleinkrieg ausgeht, ist derzeit noch nicht abzuschätzen, die Fronten sind aber verhärtet: Ebay will mehr Einfluss bei Craigslist und Craigslist will Ebay möglichst komplett aus dem Unternehmen haben.

Internet-Links

Bei jedem Großereignis stellt sich wieder die Frage, welche Rolle der Medienwandel spielt und wie sehr die modernen Kommunikationsformen des Netzes zur Konkurrenz für die herkömmlichen Medien werden. Im Falle des Erdbebens, dass vor wenigen Tagen China erschütterte, hat sich Twitter als Plattform herausgestellt, die in Sachen Tempo ungeschlagen war. Noch bevor CNN, Nachrichtenagenturen oder Websites großer Mainstream-Medien berichteten, war die Nachricht vom Erdbeben in China bei Twitter schon ein alter Hut. Zahlreiche Nutzer schrieben kurze Nachrichten, die auf das Beben hinwiesen. Auch Videoplattformen wie YouTube oder das chinesische Pendant Tudou wurden genutzt um Eindrücke aus der Region zu präsentieren. Zwar sind all das nur Momentaufnahmen und Augenzeugen-Schnipsel, die journalistische Analysen nicht verdrängen oder ersetzen, ein Ansporn für Presse und Fernsehen sind sie aber auf jeden Fall. Oder konnte ein TV-Sender in den ersten Stunden nach dem Beben mit solchen Bildern dienen wie der Student aus Sichuan, der folgendes Video ins Netz gestellt hat?

Internet-Links

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Die wohl interessanteste Netzwirtschaftsmeldung der Woche kam von CBS. Der Medienmulti übernimmt CNET, ein Netzwerk verschiedener Internet-Info-Angebote, darunter "ZDNet", "Gamespot.com", "TV.com" und "mp3.com". Der Preis, den CBS zahlt, liegt bei 1,8 Milliarden Euro. Zwar gibt es fast keine Synergien zwischen den Unternehmen, aber aus Sicht von CBS macht der Deal dennoch Sinn. Spätestens durch den Kauf von Last.FM hat die Mediengruppe, die ihr meistes Geld mit Fernsehen und Radio verdient, gezeigt, dass sie sich für die Zukunft rüsten will. Und einfacher als ein großes Netz von eigenen Websites aufzubauen dürfte es auf jeden Fall sein, eine bewährte Firma mit großen Nutzerzahlen zu übernehmen. Interessantes Detail: 1999 war CNET schon mal 12 Milliarden Dollar wert. Die nun bezahlten 1,8 Milliarden sind im Vergleich dazu doch ein Schnäppchen.

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