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25.04.2008 
Darüber spricht das Netz

Unruhen bei Twitter

von Jens Schröder

Die nicht endenden technischen Probleme beim Kommunikations-Dienst Twitter haben zu personellen Konsequenzen geführt. Unterdessen hat Sony angekündigt, in Kürze einen Video-Download-Service für seine Playstation-3-Konsole zu starten und das Lexikon Encyclopedia Britannica öffnet sich Bloggern. "Darüber spricht das Netz" - jeden Freitag bei "Handelsblatt.com".

Er ist schon erstaunlich, der Boom des Internet-Dienstes Twitter. Die Mitgliederzahlen der Plattform, einem Mix aus Chat und Mikroblogservice mit SMS-Anbindung steigen und steigen und explodieren spätestens seit Beginn des Jahres auch in Deutschland. Erstaunlich ist der Boom auch deswegen, weil Twitter immer wieder mit großen technischen Problemen zu kämpfen hat. So ging der Dienst oft in die Knie, wenn ihn viele Nutzer parallel mit ihren Gedanken befüllen wollten, erst am vergangenen Wochenende gab es zudem tagelange Cache-Probleme, bei der viele Twitterer quasi von der Außenwelt abgeschnitten waren. Das technische Chaos hat nun zu weitreichenden Konsequenzen geführt. So verlassen sowohl der führende Twitter-Architekt Blaine Cook als auch der technische Vizepräsident des Unternehmens Lee Mighdoll Twitter. Offiziell zwar freiwillig, inoffiziell aber wohl alles andere als freiwillig. Gerade in der aktuellen Phase, in der die Firma an einem Geschäftsmodell arbeitet, das wie bei dem kürzlichen Start in Japan eine Finanzierung durch Werbung vorsehen könnte, ist es wichtig, einen zuverlässigen Dienst anzubieten, der nicht immer wieder den Unmut seiner Nutzer auf sich zieht.

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Nachdem Sony den Krieg der DVD-Nachfolgeformate bereits zugunsten der Blu-Ray-Disc entscheiden konnte, will der Konzern mithilfe seiner Spielkonsole Playstation 3 auch im Markt der Video-Download-Dienste angreifen. Laut "Los Angeles Times" laufen Gespräche zwischen Sony und den großen Hollywood-Studios, der Download-Shop könnte anschließend bereits im Sommer starten. Für Sony ist eine solche Funktionserweiterung der Playstation wichtig, schließlich läuft immer noch ein Kampf gegen Microsofts XBox um den Platz 2 hinter Nintendos Verkaufs-Hit Wii. Und: Auf der XBox 360 gibt es bereits einen Video-Shop mit rund 350 Filmen und etwa 5000 TV-Serien-Episoden. Da die modernen Konsolen immer mehr zur Entertainment-Schaltzentrale in den Wohnzimmern werden, mit denen sich weit mehr anstellen lässt als nur Spiele zu spielen, könnte ein solcher Video-Shop neue wichtige Umsätze für Sony generieren. Wie so oft wird der Dienst aber vorerst nur in den USA verfügbar sein, Europäer und insbesondere Deutsche schauen wegen Rechteproblemen in die Röhre.

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Während das Bertelsmann Lexikon Institut in Deutschland nun eine Buch-Ausgabe der Wikipedia drucken wird (Handelsblatt.com berichtete), versucht das legendäre Nachschlagewerk Encyclopedia Britannica mit anderen Mitteln, verlorenen Boden gegenüber der Wikipedia gutzumachen. Das im Internet eigentlich nur gegen Gebühr nutzbare Lexikon öffnet sich ab sofort gegenüber Bloggern. Mit einem Anmeldeverfahren können sich interessierte Blogger bei der Encyclopedia bewerben und bei Erfolg künftig auf Artikel des Nachschlagewerkes verlinken. Die sind dann für jeden Leser des betreffenden Blogs kostenlos einsehbar. Die Encyclopedia Britannica erhofft sich durch die Öffnung direkt und indirekt noch mehr Bekanntheit im Internet. Direkt durch die Besucher aus den Blogs, indirekt, weil die Verweise auch in Suchmaschinen auftauchen werden und das Lexikon dadurch dort insgesamt sichtbarer wird. Ob die Blogger das Angebot aber in größerem Ausmaß nutzen werden, ist unwahrscheinlich. Schließlich lassen sich Wikipedia-Einträge auch ohne kompliziertes Anmeldeverfahren verlinken und sind in Gänze kostenlos einzusehen - und nicht nur einzeln durch den Link eines Bloggers.

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Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Schnelldurchlauf

Weitere Themen der Woche im Schnelldurchlauf:

Dienste wie YouTube oder Last.FM haben längst dazu geführt, dass herkömmliche Musik-Charts nicht mehr genug Aussagekraft haben, um zu zeigen welche Songs derzeit populär sind. Die BBC hat daher ein Projekt gestartet, dass die neuen Verbreitungswege von Musik aufgreift und daraus neue Charts macht. In den » BBC Sound Index fließen Abrufzahlen bei YouTube, MySpace oder Last.FM ebenso ein wie Verkäufe über Amazon und iTunes.

In der Realität längst untergegangen, erfreut sich die Sowjetunion im » Internet immer noch einer gewissen Beliebtheit. Ganze 45 000 Internet-Adressen mit der Top-Level-Domain .su existieren noch. Zwar will die Internet-Verwaltungsbehörde ICANN die .su-Domain seit den 90er Jahren abschaffen, doch auf Druck der Nutzer wurde sie sogar wieder für jedermann geöffnet. Für 25 Dollar lässt sich eine .su-Adresse registrieren, 2007 stieg die Zahl der Anmeldungen um 45 Prozent.

Ein unschlagbares Argument gegen die DRM-Technologie, die Musik nur auf bestimmten Geräten abspielen lässt, damit Nutzer sie nicht an jedermann weitergeben können, liefert derzeit Microsoft. Der Software-Gigant schließt seinen Musik-Downloadshop » MSN Music" target="_blank">»  und damit auch den Server, der die DRM-Rechte der Nutzer überprüft. Folge: Tauscht ein MSN-Music-Kunde nach dem 31. August seinen Computer, kann er mit dem neuen Rechner seine legal erworbene Musik nicht mehr abspielen. Der Ehrliche ist damit mal wieder der Dumme.

Google bietet seinen Anzeigenkunden ab sofort auch mobile Bannerwerbung an. Die speziell für Handys und andere mobile Geräte » angepasste Werbung sieht aus wie ein herkömmliches Banner, ist aber wesentlich kleiner, um auf die Handy-Displays zu passen. Google-AdSense-Partner können damit auswählen, ob sie nur Textwerbung oder auch die neuen Banner einsetzen wollen.

Das Blog » TechCrunch bietet nun auch die Möglichkeit an, per Bewegtbild Blog-Einträge zu kommentieren. Interessierte können sich bei dem Dienst Seesmic anmelden, dort ihren Video-Kommentar aufzeichnen und ihn direkt unter dem betreffenden Blogeintrag stellen. Ob solche Videokommentare sich durchsetzen werden oder die Diskussion eher aufhalten, ist aber fraglich.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Youtube-Commercial und gaga-Link

Youtube-Commercial der Woche:

Mit einem kleinen Coup hat die E-Plus-Tochter Vybemobile für ordentlich Aufsehen im Netz gesorgt. Sie verpflichtete Rapper Snoop Dogg als Roy-Black-Double für einen Werbespot. Dass der » amüsante Clip in Windeseile im Netz herumgereicht wird, ist wohl keine Überraschung:

Der Gaga-Link der Woche:

Unser Gaga-Link der Woche ist diesmal gar nicht so gaga. Hauptdarstellerin Madonna zeigt in diesem Clip» in diesem Clip nämlich, dass man Fans, die die eigene Musik nutzen, um neue YouTube-Videos damit zu produzieren oder sie nachzusingen, nicht gleich verteufeln oder verklagen muss. Man kann diese Fans auch ernst nehmen und ihnen danken. Madonna tut das auf ungewöhnliche Art und Weise:

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