Energie

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EU-Kommission: Akw-Förderung in EU ähnlich hoch wie für Ökoenergien

Europas Staaten gehen mit der Atomkraft sehr unterschiedlich um. Deutschland steigt aus, Frankreich etwa setzt weiter auf den Nuklearbereich. Insgesamt liegt die staatliche Förderung in ähnlicher Höhe wie für Ökoenergie.

Atomkraftwerk in Frankreich: In welcher Höhe der Nuklearbereich in Europa genau staatlich gefördert wird, ist bislang unklar. Quelle: dpa
Atomkraftwerk in Frankreich: In welcher Höhe der Nuklearbereich in Europa genau staatlich gefördert wird, ist bislang unklar. Quelle: dpa

BrüsselDie EU-Kommission schätzt die Höhe staatlicher Fördermittel für Europas Atombranche ähnlich hoch ein wie die Zuschüsse für Ökoenergien. Das geht aus einem internen Papier der Brüsseler Behörde hervor, das dem Informationsdienst dpa Insight EU vorliegt.

Im Jahr 2011 seien 35 Milliarden Euro in die Förderung von Atomkraft geflossen und 30 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien wie Windräder oder Solaranlagen. Auf fossile Energieträger wie Kohle seien in der Europäischen Union 26 Milliarden Euro entfallen, auf Effizienzmaßnahmen - etwa Gebäudeisolierungen - 15 Milliarden Euro.

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Die genaue Höhe staatlicher Hilfen für den Nuklearbereich ist in Europa bisher unklar, weil wenig Transparenz herrscht über die Kosten für den Transport von Brennstäben oder deren Lagerung. Die Grünen halten Nuklearstrom für nicht mehr wettbewerbsfähig, wenn man alle Kosten - etwa für die immens teure Endlagerung - einbezieht. Sie warnen generell davor, Akw-Kosten schönzurechnen.

Jüngst hatte ein anderes noch internes Kommissionspapier für Wirbel gesorgt: Neue Leitlinien für Energiebeihilfen könnten Subventionen für Atomkraftwerke erleichtern - so zumindest verstehen die Grünen das Regelwerk. Die EU-Kommission betont hingegen, dass mit den Regeln nicht zu Akw-Subventionen ermuntert werden solle. Beide Papiere sollen an unterschiedlichen Tagen im September vorgestellt werden.

Die Situation in Europas Nuklearbranche ist sehr unterschiedlich: Während der deutsche Atomausstieg bis zum Jahr 2022 längst beschlossene Sache ist, setzen Frankreich und Großbritannien auch langfristig auf strahlende Brennstäbe als Energiequelle.

  • 24.07.2013, 17:27 UhrRiesener

    Da bin ich ja mal gespannt, wie die auf 35 Mrd. EUR Förderung für Atomenergie kommen. Bin sehr neugierig auf die Details.

    Brennelemente-Steuer vielleicht....

    oder Kosten für die Polizeieinsätze bei Castor-Transporten....

  • 24.07.2013, 17:29 Uhrvandale

    Eine Zeitung sollte bei der Auswahl der Artikel ein wenig Sorgfalt walten lassen.

    Die Aussage des Artikels, hinsichtlich einer Subventionierung der Kernenergie von 35 Mrd. €/Jahr spricht, ist abwegig. Bekannt ist, dass die F&E der Kernenergie in Europa ca. 3 Mrd. € erhält. F&E werden jedoch per Definition nicht als Subvention gezählt. Weitere Subventionen sind mir nicht bekannt. Möglicherweise ist dies eine Greenpeace Zahl die fiktive Kosten enthält.

    Die Höhe der Subventionen für "Erneuerbare Energien" beträgt auch nicht 30 Mrd. €. Allein in Deutschland fallen 2013 Subventionen von ca. 30 Mrd. €, EEG Umlage, Netzausbau, EKF an.

    Die Aussage zu den Endlagerkosten der Kernenergie ist unverständlich. Kosten wie die einer ergebnisfreien Endlagersuche in Deutschland, Asse Räumung in Deutschland sind sicherlich nicht der Kernenergie zuzurechnen, sondern rein politisch verursachte Kosten.

    Vandale

  • 24.07.2013, 17:38 Uhrvandale

    Hallo Herr Riesner, das reicht nicht...Ich nehme an, es handelt sich bei den 35 Mrd. € um irgendwelche Phantasiekosten für eine 1000 jährige Bewachung abgebrannten Kernbrennstoffs, nicht erhobene Versicherungsprämien in unendlicher Höhe und natürlich Entschädigung der durch die pösen Atomkraftwerke "verstrahlten" und "verseuchten" Mitmenschen.

    Vandale

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