„Der S5 passt zu jungen Fahrern, die ein dynamisches Auto wollen – ganz egal, ob Männer oder Frauen“. Wolfgang Marzin, Chef der Leipziger Messe, testet den Audi S5. Als Dienstwagen taugt er nur, wenn man nicht viel Platz braucht. Aber der Wagen, laut Marzin ein perfektes Singleauto, ist ein absoluter Hingucker. Eine Testfahrt.
Als ich den S5 auf unserer Automesse im vergangenen Frühjahr zum ersten Mal sah, hielt ich ihn zunächst für ein reines Frauenauto. Das lag wohl vermutlich daran, dass er deutlich kompakter wirkt als der Audi A8, den ich seit vier Jahren dienstlich fahre. Der A8 ist so groß, dass ich auch mal Kunden darin mitnehmen kann, ohne dass es zu eng wird.
Aber nachdem ich einige Kilometer mit dem S5 gefahren bin, denke ich ganz anders über den Wagen. Sicher gehören Frauen zur Zielgruppe, aber ganz bestimmt auch Männer. Der Wagen ist das perfekte Single-Auto, angenehm übersichtlich und deutlich spritziger als andere Audis. Der S5 passt zu jungen Fahrern, die ein dynamisches Auto wollen – ganz egal ob Männer oder Frauen.
Wer eine Familie hat, wird an diesem Wagen dagegen keine große Freude haben. Will man auch mal mehrere Personen oder viel Gepäck mitnehmen, dann reicht der Platz nicht aus. Da muss man sich nur die Rückbank anschauen – sie hat nur zwei Sitzplätze. Und die Beinfreiheit ist dort so gering, dass ich die hinteren Sitze niemandem für eine längere Fahrt zumuten würde.“
Wolfgang Marzin hat stets den Überblick über die neuen Modelle, die deutsche und ausländische Produzenten auf den Markt bringen. Jedes Jahr richtet die Leipziger Messe, deren Chef Marzin ist, die Messe AMI aus. Die Leipziger Auto-Schau richtet sich anders als die Frankfurter Automesse IAA hauptsächlich an Endkunden: Nicht Zulieferer, Autohändler und Journalisten stehen im Mittelpunkt, sondern Autokäufer. Das Konzept lautet „Erlebnismesse“: Besucher können neue Modelle aus der Nähe betrachten und testen, außerdem gehören Events wie Schleuderkurse zum Programm auf dem Leipziger Messegelände, das mit seiner riesigen Glaskuppel als eines der schönsten in Deutschland gilt.
Marzin ist seit 2004 Vorsitzender der Geschäftsführung in Leipzig. Zuvor hat er für die Messegesellschaften in München gearbeitet und leitete die Tochtergesellschaft der Messe Düsseldorf in Chicago.
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„Der Audi S5 hat unter der Haube genau das, was man sich von einem S-Modell wünscht. Er beschleunigt sagenhaft flott und fühlt sich auch bei hohen Geschwindigkeiten angenehm sicher an. Für mich ist dieser Wagen ein guter Kompromiss zwischen sportlichem Fahren und einem kompakten Geschäftswagen. Denn mit dem S5 erweckt man keinen Neid, obwohl man ein außergewöhnliches Auto fährt.
Sobald die Kinder aus dem Haus sind, könnte ich darüber nachdenken, solch einen Wagen zu kaufen, denn dann brauche ich nicht mehr so viel Platz. Auch über den Preis kann man nicht meckern. 56 000 Euro sind für diesen sportlichen Auftritt wirklich in Ordnung. Ein Porsche wäre jedenfalls deutlich teurer.
Auch von innen überzeugt mich der S5. Die Sportsitze sind extrem bequem. Nur das rote Leder ist mir zu schrill, Schwarz wäre mir sehr viel lieber. Die Bedienelemente sind übersichtlich, wie man das von einem Audi gewöhnt ist. Allerdings sieht hier alles deutlich komprimierter aus als in meinem A8.“
Kein Wunder, schließlich basiert der S5 auf dem kleinen A5. Allerdings hat Audi das Modell mit allerlei Sportausstattung aufgemotzt. Ein V8-Motor mit Direkteinspritzung katapultiert das Coupé in 5,1 Sekunden von null auf hundert Stundenkilometer, der permanente Vierradantrieb bringt 354 PS auf die Straße. Der satte Sound des Achtzylinders, kurze Schaltwege und Sportfahrwerk sorgen zusätzlich für Rennsport-Atmosphäre. Auch von außen kommt der S5 sportlicher daher als der A5: Der Kühlergrill ist grau lackiert und mit Chromeinlagen versehen, die Stoßfänger treten deutlicher hervor als beim Standardmodell. Sein CO2 bläst der S5 aus zwei ovalen Auspuffrohren. Mit dem S5 hat Audi offenbar eine jugendliche Zielgruppe im Visier, der die Standardausführungen der Wagen aus Ingolstadt zu gediegen daherkommen.
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„Mein nächstes Auto muss nicht unbedingt ein Audi sein, auch wenn ich jetzt schon vier Jahre lang A8 fahre. Ich bin eben niemand, der einer Automarke über Jahrzehnte hinweg die Treue hält. Schon um auf dem Laufenden zu bleiben, was verschiedene Hersteller machen, wechsele ich gern immer mal wieder die Marke. Bevor ich nach Leipzig kam, hatte ich einen 5er BMW. Mit dem hatte ich auch eine gute Zeit.
Bald steht wieder einmal ein Wechsel an. Auf jeden Fall muss es wieder eine Limousine sein, die viel Platz bietet – schließlich hole ich oft Kunden vom Flughafen oder vom Bahnhof ab. Aber es kommen nicht nur deutsche Fabrikate infrage, ich könnte mir auch einen Lexus oder Jaguar vorstellen.
Einen Wunsch habe ich allerdings an jeden neuen Wagen: Er sollte einen Vierradantrieb haben. Den brauche ich, weil ich am Wochenende und im Urlaub oft im Gebirge unterwegs bin. Das Klettern ist eines meiner Hobbys. Außerdem gehe ich gern Skifahren und Snowboarden – schließlich habe ich in meiner Jugend lange als Skilehrer gearbeitet.
Und ich träume seit einigen Jahren von einem Cabrio. Das ist einfach ein ganz anderes Fahrgefühl als in einem geschlossenen Wagen. Vielleicht kaufe ich mir eins, wenn ich 50 werde. Das kann dann unter der Woche ruhig mein Sohn fahren, solange ich es mir am Wochenende ab und zu mal ausleihen kann. Für den gleichen Zweck wäre der S5 sicher auch gut geeignet – aber leider kann man bei dem das Dach nicht öffnen.“
Der Fahrer: Wolfgang Marzin
Der 44-Jährige leitet seit 2004 die Messe Leipzig.
Das Auto: Audi S5
Motor: V8-Zylinder-Ottomotor mit Einspritzung
Leistung: 354 PS
0-100 km/h: 5,1 Sek.
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
Verbrauch: 12,4 l/100 km
Grundpreis: 55 900 Euro
Das Fazit: Muss das sein?
Der S5 ist das perfekte Single-Auto – und deutlich spritziger als andere Audis. Aber wer eine Familie hat, wird an ihm keine Freude haben.
