Eine schöne Abwechselung zu seinem Mercedes E-Klasse sei der Smart Fortwo, lobt Hermann Röser. Der Chef des Sicherheitstechnik-Anbieters DOM hat den Kleinen getestet – und sich darin genauso geborgen gefühlt wie in seiner großen Limousine.
Der neue Smart Fortwo hat nach Ansicht von Hermann Röser "das Potenzial zum absoluten Trendauto". Foto: dpa
Das ist nicht meine erste Fahrt mit dem neuen Smart. Ich habe schon mehrfach dringesessen, denn ich habe den Wagen vor einigen Wochen für meine Frau gekauft. Sie wollte ein kompaktes, wendiges Auto. Und beides ist der Smart: Das habe ich erst letzte Woche wieder bemerkt, als ich ihn mir ausgeliehen habe, um Brötchen zu holen. Eine schöne Abwechselung zu meinem Mercedes E-Klasse. Bei der Arbeit brauche ich einen großen Wagen, weil ich viel auf der Autobahn unterwegs bin.
Meine Frau und ich hatten uns vor einigen Jahren schon einmal das alte Smart-Modell angeschaut. Das war auch ein schönes Auto, aber es klang wie eine Nähmaschine. Das neue Modell ist in diesem Punkt deutlich besser, der Motor hat einen angenehm satten Klang.
Ich glaube, dass dieser Wagen das Potenzial zum absoluten Trend-Auto hat. In den USA soll es ja schon so weit sein, habe ich gehört. Vielleicht liegt das auch daran, dass das neue Modell 15 Zentimeter länger ist als das alte. So können selbst die Amerikaner den Smart als Auto akzeptieren.
Die Schaltung des Smarts ist gewöhnungsbedürftig. Nach dem Starten des Motors muss man das kleine Knöpfchen am Schalthebel drücken, um die Automatik zu aktivieren. Wenn man das vergisst, röhrt der erste Gang so lange, bis man von Hand in den zweiten wechselt. So ungewöhnlich die Automatik daherkommt, in einem Punkt ist sie ganz wunderbar: Wenn sie herunterschaltet, gibt sie hörbar Zwischengas. Das macht sonst nur ein Ferrari. Für meinen Porsche 911, den ich zu Hause in der Garage stehen habe, hätte ich glatt 5 000 Euro mehr bezahlt, wenn er so wunderbar Zwischengas geben würde.“
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Die Modellreihe Passion des neuen Smarts verfügt serienmäßig über ein Automatikgetriebe, das alternativ im Tiptronic-Betrieb arbeitet. Auch sonst hat die Mercedes-Tochter in ihrem Ultra-Kleinwagen allerlei neue Annehmlichkeiten verbaut. Das Stoffverdeck lässt sich per Knopfdruck öffnen, die Heckscheibe ist beheizbar. Außerdem verfügt der Wagen zusätzlich über eine Klimaanlage, elektronische Fensterheber und ein Zwei-Speichen-Lenkrad aus Leder.
Von außen hat man sich um eine elegante Erscheinung bemüht. Trotzdem kann der Wagen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei ihm um kaum mehr als zwei Sitze auf Rädern handelt. Die Inneneinrichtung ist gewohnt minimalistisch – genauso wie die Auswahlmöglichkeiten. Die Sitzbezüge sind nur in Beige, Rot oder Schwarz zu haben.
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„Wenn ich in ein Auto einsteige, frage ich mich sofort, wie sicher es wohl ist. Das hat vielleicht auch etwas mit meiner Arbeit zu tun. Ganz ohne Folgen bleibt das natürlich nicht. Ich habe zum Beispiel zu Hause in der Garage eine alte Isetta stehen. Doch damit fahre ich schon seit langer Zeit nicht mehr – es wäre mir einfach zu gefährlich.
Beim Smart habe ich dagegen keine Bedenken. Der Wagen ist zwar sehr klein, aber er überzeugt mit einem ausgeklügelten Sicherheitskonzept. Er hat ABS – und selbst die Crash-Tests sind so verlaufen, dass ich mich in diesem Wagen kaum mehr vor einem Aufprall fürchten würde als in einer größeren Limousine.
Zudem sitzt man angenehm hoch und hat immer den Überblick. Und der Wagen bietet erstaunlich viel Platz. Wenn ich den Sitz ganz nach hinten stelle, komme ich mit dem Fuß nicht ans Pedal.
Dieses Auto ist ideal für Alltagsfahrten. Wenn ich abends mit meiner Frau nach Köln oder Bonn fahre, dann nehmen wir natürlich den Smart. Denn damit findet man selbst in den Innenstädten ganz einfach einen Parkplatz, ohne lange zu suchen. Und es passen sogar mehrere Einkaufstüten hinein, wenn man das Schnapprollo abmontiert, das als Kofferraum-Abdeckung dient.
Etwas seltsam dagegen ist die Position des Motors unter der Fahrgastzelle. Aber das sieht zunächst komplizierter aus, als es ist: Ich habe beim Wagen meiner Frau schon mal den Ölstand kontrolliert. Das war überhaupt kein Problem – selbst ohne in die Bedienungsanleitung zu schauen.“
Hermann Röser ist Chef von DOM Sicherheitstechnik, dem Hersteller der sogenannten waagerecht einzuführenden Wendeschlüssel, die mit ihrer rechteckigen Form und den kleinen Vertiefungen ganz anders aussehen als Schlüssel anderer Hersteller. Das Unternehmen wurde 1936 in Köln als Metallwarenhandelsgesellschaft gegründet. Der erste Sitz in der Domstraße gab ihm seinen Namen.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Ein prestigeträchtiger Wagen ist der Smart natürlich nicht
Heute gehört DOM zum französischen Konzern Sécuridev. DOM hat 520 Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von 53 Millionen Euro erwirtschafteten. Die Schließtechnik der Firma aus Brühl bei Köln ist unter anderem in der Kölnarena, dem Royal Opera House in London und der Leverkusener Bayarena im Einsatz.
„Ein prestigeträchtiger Wagen ist der Smart natürlich nicht. Er taugt eher für Menschen, denen die Meinung anderer nicht besonders wichtig ist. Das fängt schon mit der Farbe an: Solch ein Feuerwehrrot würde man doch für kein anderes Auto aussuchen. Aber was das angeht, hat der Smart eben eine Sonderrolle.
Ich bin kürzlich einige Tage lang mit dem Wagen meiner Frau zur Arbeit gefahren, weil mein Mercedes in der Werkstatt war. Der Pförtner am Werkstor hat gegrinst, als er mich in dem kleinen Auto gesehen hat. Aber ich glaube, die meisten Smart-Fahrer sind Individualisten – die stört so etwas nicht.
Ohnehin wird für viele Autofahrer das Prestige eines Wagens immer unwichtiger. Mein Chef in Paris zum Beispiel, der Präsident von Sécuridev, will sich jetzt auch einen Smart kaufen. Für den Stadtverkehr dort ist er einfach perfekt. Und auch um Kratzer braucht man sich keine Sorgen zu machen: Außen ist ja rundherum alles aus Kunststoff.“
Die Fakten
Der Fahrer: Hermann Röser
Der 56-Jährige ist Geschäftsführer von DOM Sicherheitstechnik.
Das Auto: Smart Fortwo Passion
- Motor: 3-Zylinder-Reihenmotor
- Leistung: 71 PS
- 0-100 km/h: 13,3 s
- Höchstgeschwindigkeit: 145 km/h
- Verbrauch: 4,9 Liter
- Grundpreis: 12 090 Euro
- Das Fazit: Muss das sein? Der Smart ist wie geschaffen für Alltagsfahrten. Man findet überall einen Parkplatz, kann auch größere Einkäufe verstauen und braucht sich um Kratzer keine Sorgen zu machen. Aber prestigeträchtig ist dieser Wagen natürlich nicht.
Aufgezeichnet von Christoph Hus
