Maßgeschneiderte Angebote erwartet
Zunächst werden wohl die bestehenden Web-2.0-Inhalte einfach auf das Handy übertragen. In Zukunft dürften aber für Mobiltelefone maßgeschneiderte Angebote auf den Markt kommen. "Erfolg werden diejenigen Dienste haben, die eng mit dem Verwendungszusammenhang von Handys korrespondieren", so Malte Hasse, Leiter des Arbeitskreises Zukunftstrends im BVDW. "Sie müssen die Stärken des Handys wirklich nutzen: Interaktion zwischen den Handynutzern." Als Beispiel nennt er das Berliner Start-up aka-aki, das seinen Nutzern auf dem Handy anzeigt, welche anderen Mitglieder der Community sich gerade in einem Umkreis von 20 Metern aufhalten, ob man gemeinsame Freunde hat und was die anderen Nutzer in der Nachbarschaft gerade so bewegt.
Solche Dienste, die die aktuelle Position des Nutzers berücksichtigen (Location-based Services), sind auch nach Meinung von Florian Koch, Bereichsleiter Digitale Medien und E-Dienste beim IT-Branchenverband Bitkom, zukunftsträchtig. "Denkbar wären etwa Reiseführer, deren Inhalte von den Nutzern generiert werden - auch mobil mit dem Handy", sagt Koch. Die technischen Voraussetzungen für den Erfolg mobiler Web-2.0-Dienste seien gegeben: Vier von fünf Handybesitzern hätten heute in Deutschland technisch die Möglichkeit, mit ihrem Handy auch ins Internet zu gehen, und bereits 40 Prozent machten davon Gebrauch. Auch die neuen Datentarife der Mobilfunkbetreiber werden nach seiner Einschätzung den Markt beflügeln.
Für die Anbieter mobiler Web- 2.0-Inhalte sehen Experten zwei Einnahmequellen: Werbung auf dem Handy und kostenpflichtige Inhalte. Der Zugang zum Portemonnaie der Kunden steht jedenfalls schon bereit: "Der Mobile-Bereich bietet mit der Handyrechnung eine nahezu integrierte Abrechnungsschnittstelle", schwärmt Marcel Pirlich von Arvato Mobile. Für ihn bleibt eine Frage spannend: Welche Dienste es schaffen werden, sich von der reinen Werbefinanzierung zu emanzipieren.

