Energie + Technik

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Wohnen: Mein Haus ist mein Kraftwerk

Die Energiekosten verschlingen größere Teile des Budgets. Viele Hausbesitzer wollen sich mit neuen Technologien von den Versorgern unabhängig machen. Doch welches der gängigen Systeme überzeugt? Fünf Konzepte im Test.

von Dieter Duerand und Wolfgang Kempkens Quelle: WirtschaftsWoche
Ein Passivhaus in Bad Nauheim. Quelle: obs
Ein Passivhaus in Bad Nauheim. Quelle: obs

So viel Andrang war nie. Sobald der Minutenzeiger am Wochenende gegen elf Uhr rückt, füllt sich der Parkplatz in Köln-Frechen, nicht weit von der Autobahn nach Aachen. Keine Viertelstunde später ist er rappelvoll. Viele junge Familien sind unter den Besuchern. Mit Kinderwagen und zeternden Kleinkinder rücken sie an - sogar an kalten Winterwochenenden. Sie kommen, um sich die Mustersiedlung aus 24 Fertighäusern anzusehen, die alle extrem energieeffizient gebaut sind.

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Vor allem die sogenannten Plusenergiehäuser haben es den jungen Familien angetan. Denn sie wissen: Wenn sie wirklich für ihre Zukunft vorsorgen wollen, müssen sie nicht nur fürs Alter sparen. Sie müssen auch in ein energiesparendes Eigenheim investieren. Denn Strom, Gas und Heizöl werden immer teurer. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Fünf Wege in die Energie-Unabhängigkeit

  • Brennstoffzelle

    Autarke Energieerzeugung (nur Strom): 80 bis 100 Prozent

    Das geräuschlos arbeitende Gerät gewinnt aus Erdgas Wasserstoff und wandelt diesen in Wärme und Elektrizität um.

    Kostet: ca. 25 000 Euro

    Spart an Strom- und Heizkosten: rund 540 Euro inklusive Einspeisevergütung

    Rechnet sich: frühestens nach 24 Jahren

    Vorteil: Zweifache Brennstoffausnutzung, leicht nachrüstbar, geringer Wartungsaufwand. Sehr leiste.

    Nachteil: Noch nicht ausrechend langzeiterprobt, erst wenige Geräte am Markt. Weiter abhängig von fossilem Brennstoff.

  • Mini-Blockkraftwerk (BHKW)

    Autarke Energieerzeugung (nur Strom): 50 Prozent

    Ein Verbrennungsmotor produziert über den Generator Strom. Die Abwärme wird für die Warmwasserbereitung genutzt.

    Kostet: 17 000 Euro

    Spart an Strom- und Heizkosten: Einfamilienhaus (EFH) rund 570 Euro, Mehrfamilienhaus (MFH) mind. 1500 Euro

    Rechnet sich: EFH nicht unter 30 Jahren, MFH ab 5 Jahren

    Vorteil: Die doppelte Ausbeute spart bis zu 60 Prozent Primärenergie. Nachrüstbar und für viele Gebäudetypen geeignet.

    Nachteil: Eignet sich nur für Häuser mit hohem Wärmebedarf. Basiert auf fossilem Brennstufen. Wartungsintensiv.

  • Sonnenkollektor

    Autarke Energieerzeugung: 50 Prozent

    Der Kollektor leitet die Sonnenwärme in einen Speicher. Ein Stab erhitzt das Wasser fürs Baden, Spülen und Heizen bei Bedarf nach. Der Dachstrom versorgt elektrische Geräte.

    Kostet: ca. 30 000 Euro

    Spart an Strom- und Energiekosten: rund 625 Euro inklusive Einspeisevergütung

    Rechnet sich: nach etwa 29 Jahren

    Vorteil: Basiert auf bewährter Technik, und es ist kein separates Heizsystem notwendig. Weitgehend wartungsfrei.

    Nachteil: Wegen des hohen Strombedarfs für den Heizstab extrem lange Amortisationszeit. Geringer Autarkiegrad.

  • Fotovoltaik/Wärmepumpe/Batterie

    Autarke Energieerzeugung: 80 bis 100 Prozent

    Ein Teil des Solarstroms treibt die Pumpe an, die der Außenluft oder dem Erdreich Wärme fürs Heizen entzieht. Der Rest wird selbst verbraucht oder verkauft.

    Kostet: ca. 35 000 Euro

    Spart an Strom- und Heizkosten: rund 1765 Euro inklusive Einspeisevergütung

    Rechnet sich: nach etwa 13 Jahren

    Vorteil: Hohe Unabhängigkeit von Energiepreisen. Hoher Eigenverbrauch des Stroms günstiger als Einspeisung.

    Nachteil: Teuer, wird entabler, falls der Bund den Batteriekauf bezuschusst. Nur bei südlicher Dachausrichtung rentabel.

  • Fotovoltaik/Wärmepumpe/Batterie/Wind

    Autarke Energieerzeugung: 85 bis 100 Prozent

    Mit dem Dachstrom betreibt der Hausbesitzer Kühlschrank und TV oder speichert ihn in einer Batterie. Die Wärmepumpe stellt heißes Wasser fürs Heizen und Duschen bereit.

    Kosten: Ca. 43 000 Euro

    Spart an Strom- und Heizkosten: rund 2020 Euro inklusive Einspeisevergütung

    Rechnet sich: nach etwa 15 Jahren

    Vorteil: Höchste Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen. Das Windrad gleicht im Winter den niedrigen Solarertrag aus.

    Nachteil: Sehr teuer, aber Bund plant Zuschüsse zur Batterie. Windrad in manchen Bundesländern genehmigungspflichtig

Ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt musste vergangenes Jahr Monat für Monat knapp 300 Euro hinblättern, um es warm und hell zu haben - fast doppelt so viel wie im Jahr 2000. Aber das ist nur ein Zwischenstand: Heizöl wird nach einer Prognose der Verbraucherzentrale NRW bis 2020 um 59 Prozent teurer, Erdgas um 35 Prozent (siehe Grafik). Die Beratungsgesellschaft Ernst & Young erklärt die Angst der Bundesbürger vor den galoppierenden Energiepreisen in einer jüngsten Konsumstudie "zur Gefahr für die Konjunktur".

Da wundert es nicht, dass Mieter und Hauseigentümer fast schon verzweifelt nach Möglichkeiten suchen, der Preislawine zu entkommen. Fast jeder zweite Deutsche dreht bereits die Heizung herunter und trägt lieber einen Pulli mehr. Das ergab eine Umfrage der Prüforganisation Dekra. Und: 80 Prozent der Befragten geißeln die Energiekonzerne als Preistreiber.

So eint die Deutschen mehr noch als ihr Sparwille der Wunsch, sich von der Preispolitik der Versorger unabhängig zu machen: Rund zwei Drittel würden laut den Marktforschern von TNS Emnid ihren Strom und ihre Wärme gern selbst produzieren. Bevorzugt aus erneuerbaren Quellen. Deren Anteil an der Energiebereitstellung hat sich seit 2000 mehr als verdoppelt - von knapp 100 auf gut 250 Milliarden Kilowattstunde.

Energie-Technik

Deshalb drängeln sich viele der Besucher der Kölner Musterhaus-Siedlung in Haus 10. Es ist eines dieser Plusenergiewunder, die dank einer Solaranlage übers Jahr gerechnet mehr Kilowattstunden erzeugen, als ihre Bewohner verbrauchen - und die weder einen Gasanschluss noch einen Öltank benötigen.

  • 26.02.2013, 17:50 UhrJAJA

    Vandale,
    aus Ihren Aussagen ziehe ich folgende Schlüsse:

    1.Jemand der es sich leisten kann in einen solchen Bau zu leben, muss nicht zwingend helle sein.
    Die Stromkosten trägt der Mieter, in diesem Falle Sie.
    Warum sollte der Eigentümer investieren?

    2.6000 kwh für 300$ gibts halt in Tausend und einer Nacht.

    3.Würde die Hütte in D stehen sähe die Rechnung sicherlich gAAnz anders aus. 70er Jahre Bunglows mit 220m² Wohnfläche und Schwimmbad im Keller. Befeuert von einer überdimensionierten, ineffizienten Ölheizung, oder noch besser Nachtspeicheröfen...
    Klingelt da was? Nein?
    Ist halt alles Glaubenssache...

    4.Dampfplauderei ist... Naja, lassen wir das.

  • 26.02.2013, 16:47 UhrPhilosoph

    Sehe ich ähnlich! Trotz der aktuellen Niedrigzinsphase ist der Kauf/Bau eines "normalen" Hauses schon eine finanzielle Höchstleistung! Wenn man dann noch Tausende für irgendwelchen (fraglichen) "Technikschnickschnack" drauflegen muss, wird es fast unbezahlbar!

    Größtenteils können die Leute einfach nicht rechnen, bzw. sind manche Einflussfaktoren (insbesondere die künftigen Energiepreise) einer großen persönlichen Interpretation unterworfen, sodass eine ordentliche Kalkulation gar nicht möglich ist.

  • 26.02.2013, 09:21 UhrHofmannM

    Schafft das EEG ab und kehrt zur Energietechnik zurück! Nur damit ist für viele Jahrhunderte ein billiger Strompreis zu haben! Die ökosozialistische Regierung erhöht momentan mit dem EEG den Strompreis. Der Strompreis wird in Deutschland künstlich, politisch gewollt in die Höhe getrieben!!!
    Strom muss wieder zum bezahlbaren Allgemeingut werden, dann verbessern sich auch wieder die Wohlstandschancen für die Deutschen Bürger/Arbeitnehmer!!!
    Kein Mensch braucht, einen von der Politik vorgeschriebenen, überteuerten Wohn- und Lebensraum!!!
    Die Bundestagspolitiker machen uns Bürgern das Leben, mit ihren Ökosozialistischen Gesetzgebungen, erst zur Hölle!

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