
HEIDELBERG. Biokraftstoffe sind ins Gerede gekommen, da ihre Anbauflächen mit der Produktion von Nahrungsmitteln konkurrieren oder dafür natürliche Ökosysteme zerstört werden. Was bei der Verbrennung von Ethanol oder so genanntem Biodiesel freigesetzt wird, haben Wissenschaftler bislang dagegen kaum untersucht. Katharina Kohse-Höinghaus von der Universität Bielefeld und ihre Kollegen wollen dies ändern: Sie haben sich erstmals umfassend den Verbrennungsvorgängen der alternativen Treibstoffe und ihren Verbrennungsprodukten gewidmet.
Generell sind Agrarkraftstoffe chemisch sehr heterogen, da unter diesem Oberbegriff Alkohole, Esther, Ether und auch einige nitrifizierte Verbindungen zusammengefasst werden, die sehr unterschiedlich verbrennen. Allein bei der Verbrennung von Biodiesel, der zum Beispiel durch Umesterung von Raps- oder Sojaöl mit Methanol gewonnen wird, laufen etwa 35 000 unterschiedliche chemische Reaktionen mit zahlreichen Neben-,Zwischen- und Endprodukten ab.
Viele dieser Verbindungen hat das Bielefelder Team mit laserspektroskopischen und massenspektrometrischen Analyseverfahren gemessen, um zu sehen, wie die Struktur der Kraftstoffmoleküle die jeweilige Schadstoffbilanz beeinflusst. Im Gegensatz zu Erdölprodukten, an denen seit Jahrzehnten geforscht wird, wissen die Chemiker auf dem Gebiet der nachwachsenden Kraftstoffe noch relativ wenig über die Reaktionswege während der Verbrennung.
Verglichen mit herkömmlichen fossilen Energieträgern entsteht bei der Umsetzung vieler Agrarkraftstoffe weniger Ruß, der bei normalem Diesel durch unvollständige Umsetzung des Kraftstoffs in größeren Mengen entsteht und durch Partikelfilter aufgefangen werden muss. Dafür bilden sich deutlich mehr gesundheitlich kritische Carbonylverbindungen wie das krebserregende Formaldehyd oder leberschädigendes Acetaldehyd. Dazu kommen weitere Aldehyde sowie Azeton und andere Ketone in größeren Konzentrationen.
Kohse-Höinghaus' sieht vor allem den Einsatz von Biodiesel kritisch, der eine sehr komplexe chemische Struktur aufweist, während die einfacher gebauten Ethanol und Butanol relativ sauber verbrennen. Erschwerend kommt hinzu, dass Biodiesel vielfach normalem Diesel beigemengt wird, was die Verbindungs- und damit Reaktionsvielfalt weiter erhöht. Die Forscher mahnen deshalb, dass die Agrarkraftstoffe vor diesem Hintergrund kritischer betrachtet werden müssten und nicht allein auf ihre Wirtschaftlichkeit und technische Umsetzung geachtet werde.
Meine Meinung dazu hat der Robert am 17.5. sehr gut ausgedrückt.
Einer der Artikel "wir haben nichts genau genannt und berechnet, aber da ist etwas nicht so, wie das alle anderen einschätzten..."
Die Aussage der Wissenschaftlerin ist, dass mehr als 35.000 verschiedene chemische Reaktionen statt finden. Darunter werden bei der Verbrennung auch diese und diese Gifte produziert.
Es findet keine mengenmäßige Erfassung geschweige denn ein Vergleich zu den "jahrzentelang erforschten Erdölreaktionen" statt. Schade: Das wäre doch hilfreich gewesen für den Leser um besser einschätzen zu können, ob biodiesel eine Alternative darstellt oder er die Situation noch verschlimmert.
Zuerst dachte ich, dass der Text ähnlich zu Horst Evers argumentiert, der alleine durch die Methode des getrennten Wiegens der Körperteile und anschließenden Aufsummierung 20 kg abgenommen hat. Also: Verkomplizieren und dadurch den Sachverhalt komplett falsch wieder geben.
Die Redakteure von FTD und Handelsblatt sind darin besonders gut. Mit gar keinen informationen glänzen, dann noch irgendetwas von einem Fachmann reininterpretieren lassen: So machen Sie Meinung und damit Märkte.
"Allheilmittel gegen den Klimawandel"? Was ist denn das?
Liebe Redaktion, es wird Zeit, daß auch Sie aufwachen! Gibt es denn einen Klimawandel, auf den ein mit dem Anspruch auf Qualität auftretender Journalist als Tatsache bezug nehmen darf?
Einer der aus meiner Sicht interessantesten Aspekte an der ganzen Klimadebatte ist der, daß die gesamte internationale Presse seit nunmehr drei Jahrzehnten übersehen hat, daß es gar keine exakte wissenschaftliche Definition dessen gibt, was "Klimawandel" eigentlich sein soll. Eine solche Definition müßte es ermöglichen, ein gegebenes Datenpaket dahingehend zu beurteilen, ob nun ein "Klimawandel" oder ein "Nicht-Klimawandel" vorliegt. Eine solche Definition gibt es aber gar nicht! Wir haben unter bezugnahme auf das informationsfreiheiutsgesetz im bMbF (Schavans Ministerium) nachgefragt, welche Definition man dort verwendet. Das Ergebnis: Fehlanzeige!
Damit ist die Annahme, wir hätten einen Klimawandel, nichts anderes als ein "esotherisches Axiom". Eine wissenschaftliche Aussage über die Existenz eines Klimawandels ist schon allein wegen der fehlenden Definition gar nicht möglich. Klopft man die vielen behauptungen zu diesem Thema ab, so bleiben ein paar Alpengletscher, die geschrumpft sind und Gebiete freigelegt haben, die zu römischer Zeit gut bewaldet waren. Um das Schreckgespenst "Klimawandel" bildhaft zu untermauern, ist das allerdings etwas dürftig.
Klaus Ermecke
KE Research
Oberhaching
es ist sicher nicht falsch, die chemischen Vorgänge bei der Verbrennung von Stoffen zu untersuchen. So wäre es schon interessant zu wissen, welche krebserregenden Giftstoffe sich in den Vulkanaschewolken befinden. Wenn die Forscher darauf verweisen, dass die gesetzlich vorgeschriebene beimischung von biodiesel zum herkömmlichen Diesel, ohne wissentschaftliche Untersuchung der bei der Verbrennung entstehenden Schadstoffe erfolgt, so bin ich doch einigermaßen erstaunt. Kann es sein, dass die Politik so versagt unter dem Motto Klima gerettet, bürger vergiftet oder an Krebs erkrankt?
6 Kommentare
Alle Kommentare lesen