Im Ökobau will Stuttgart hoch hinaus

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Wegen der guten Lage zieht das Baufeld Prag Investoren an - trotz der rigiden Öko-Vorgaben. So hat auch Porsche für ein Grundstück auf dem Areal Interesse bekundet. Der Sportwagenhersteller überlegt, dort eine Verkaufsniederlassung zu errichten.

Die City Prag ist nur ein Beispiel für das neue Ökokonzept der Stadt. Die Experten im Amt für Umweltschutz haben ein umfassendes Energiekonzept für das Kerngebiet um den Hauptbahnhof herum entwickelt. "Stuttgart 21" soll zeigen, was sich mit Energieeffizienz erreichen lässt. "Uns ist wichtig, das für die Leute in den Gebäuden auch transparent zu machen", sagt Jürgen Görres, Abteilungsleiter Energiewirtschaft bei der Stadtverwaltung. In jedem Bebauungsvertrag ist ein Budget für Innovationen vorgesehen. Alle Bauträger müssen zehn Euro pro Quadratmeter Geschossfläche für Techniken zur Energieeinsparung zahlen, die derzeit noch nicht wirtschaftlich sind, wie beispielsweise Tageslichtlenksysteme. Ein Viertel des Geldes fließt in sichtbare Komponenten - als Schaufenster für die Besucher des Gebäudes.

Darüber hinaus ist der städtebauliche Vertrag bestückt mit Vorgaben zur Unterschreitung der geltenden Energieeinsparverordnung. Außerdem muss eine Energieberatung jedes Bauvorhaben begleiten. Der Grund ist, dass die Einsparungen von der Gebäudenutzung abhängen und die Möglichkeiten je nach Bauvorhaben unterschiedlich sind.

Die Landeshauptstadt hat sich zum Ziel gesetzt, nachhaltige Gebäudekonzepte als Wachstumssparte zu etablieren. Mit Erfolg: Die Idee greift um sich - auch in anderen Städten. Architekten sehen bereits einen Paradigmenwechsel in der Bauwirtschaft: Umweltverträgliche Gebäudequalität löst das Motto "höher, größer und protziger" ab. Wegen der Vorgaben zum Klimaschutz auf Landes- und Bundesebene wird es immer schwieriger, eine Immobilie ohne vorteilhafte Energiebilanz zu verkaufen. So hat der Baufinanzierer Schwäbisch Hall bereits reagiert und Energieeffizienz zum Thema im Häuslebau gemacht. Schon heute setzten Bausparer die ausgezahlten Darlehen überwiegend für Modernisierungen ein, sagt Unternehmenssprecherin Katrin Mühe. "Der Bausparvertrag wird so zum Energiesparvertrag."

Die Bundesregierung unterstützt diese Entwicklung. Das Bauministerium hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) ein deutsches Zertifizierungssystem für grüne Architektur entworfen. Ende Juni hat die DGNB das Gütesiegel der Öffentlichkeit vorgestellt. In den nächsten Wochen beginnen die ersten Probeläufe für die Benotung von Gebäuden.

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