
SEOUL. Südkorea will im großen Stil auf dem Weltmarkt für Anlagen zur emissionsfreien Energieerzeugung mitmischen. „Unsere Wachstumsinitiative knüpft an den Geist der schnellen Wirtschaftentwicklung in den 1960er bis 1980er Jahren an“, sagte Beom-Sik Yoo vom Präsidialkomitee für grünes Wachstum dem Handelsblatt.
Die Regierung will in den kommenden fünf Jahren 86 Mrd. US-Dollar für die Förderung des Projekts ausgeben. „Ein Initiative mit vergleichbarer Priorität hat es bei uns noch nie gegeben“, sagt Yoo. Vor allem in drei Schlüsselfeldern will Südkorea in den kommenden Jahren groß herauskommen: Wind- und Solarenergie sowie Kernkraft. Denn an den Plänen vieler Staaten, den CO2-Ausstoß zu senken, wollen die Koreaner auch verdienen.
Erste Erfolge der Strategie von Staat und Privatwirtschaft sind bereits sichtbar. Im Dezember erhielt ein südkoreanisches Konsortium den Zuschlag für ein Kernkraftwerksprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Wert des Auftrags liebt bei knapp 15 Mrd. Euro. Der Kostenvoranschlag aus Asien fiel deutlich günstiger aus als das Konkurrenzangebot des französischen Konzerns Areva.
Korea Electric Power (Kepco) wird die Kraftwerke zusammen mit den Konzernen Samsung und Hyundai bauen. Die angepeilten Sicherheitsvorkehrungen überzeugten die Ölscheichs vollauf: „Wir sind sehr beeindruckt von der weltweit spitzenmäßigen Sicherheitsleistung von Kepco“, sagte Mohamed Al Hammadi, Chef der Emirates Nuclear Energy Corporation. Der Auftrag ist aus koreanischer Sicht erst der Anfang. Kepco will künftig am neuen Nuklearboom teilhaben. Grundlage sind die Erfahrungen, die das Unternehmen im Inland mit dem Ausbau der Kernenergie sammeln konnte.
Das zweite Standbein der neuen südkoreanischen Offensive sind Alternative Energiequellen. Auch hier lassen die Erfolge nicht auf sich warten. Es zeichnet sich ab, dass ein Konsortium um Samsung C&T den Auftrag für ein Wind- und Solarstromprojekt in Kanada erhält, Volumen: umgerechnet mehr als vier Mrd. Euro. Die Branchenneuling würde über tausend Windräder mit einer Kapazität von etwa zwei Gigawatt installieren.
Hyundai Heavy Industries hat den Zuschlag für eine Windfarm im südlichen Pakistan erhalten, und im US-Bundesstaat Wisconsin wird Hyundai sechs Turbinen mit je 1650 Kilowatt Leistung installieren. Das Unternehmen kommt aus dem Schiffsbau, expandiert aber mit Hochdruck in Zukunftsindustrien. Südkorea ist im Westen als Konkurrent gefürchtet. Wenn sich das gut organisierte Land einen Markt vorknöpft, dann erobert es ihn im allgemeinen in verblüffend kurzer Zeit – selbst wenn die Konkurrenz einen erheblichen Vorsprung hat. In die Halbleiterindustrie beispielsweise stieg Südkorea in den 80er Jahren deutlich später ein als Amerikaner und Japaner. Dennoch ist Samsung Electronics heute Weltmarktführer für mehrere Klassen von Speicherchips.
An SK sieht man, was sich bewegt, wenn Politik und industrie zusammenarbeiten. in unserer Demokratie können die Technik-DAUs und birkenstockträger per Wählerstimme dagegen alles lahmlegen. 80 koreanische Reaktoren bis 2030 sind vielleicht ein bisschen dick aufgetragen, dennoch haben die Südkoreaner bei uns aber in Auto- und Halbleiterindustrie schon tausende Arbeitsplätze abgeworben. Und jetzt kommen die letzten Reste deutscher Kraftwerkshersteller dran, die in den 80ern einmal technologisch weit vorn lagen. So was kommt, wenn man das Atomgesetz zum Atom-Ausstiegsgesetz pervertiert.
Der Artikel zeigt auch auf, dass wer keine innovative Topunternehmen im Lande hält oder sich ehrgeizige Ziele verordnet: vom xyz Produzenten zum Top-Player im bereich n, wird in der Zukunft Marktanteile und damit auch Arbeitsplätze verlieren.
Wovon liest man aber in Deutschland intensiv ?
Davon, dass sich HARTZ iV als Einnahmenquelle von Millionen Menschen manifestiert, sich spätere Rentenhöhen nicht einstellen (noch mehr HARTZ iV) und findige Unternehmer mehr und mehr auf "HARTZ iV Aufstocker" setzen.
Scheinbar ist die deutsche Mentalität gegen Mindestlöhne, aber für das Modell der HARTZ iV Aufstocker. Unternehmer zahlen halt nur den "Aufstockeranteil" und der Steuerzahler den riesigen Rest. Folglich werden die Steuersätze der abhängig beschäftigten noch dramatisch ansteigen, um das alles finanzieren zu können. Das "HARTZ iV Aufstockermodell" der deutschen Wirtschaft wird noch viele Milliarden verschlingen ... und was nützt es ... ?
Es nützt, dass Millionen von Menschen in billige-Dienstleistungs-Segmentierungs-Stündchen-Jobs transferiert werden. Laut Statistik verschwinden diese dann vielleicht sogar aus den Arbeitslosenzahlen, denn diese Menschen arbeiten ja.
Das exportorientierte Ausland wird den "deutschen Weg" wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Große Teile der bevölkerung läßt man verdummen in billig-Mini-Jobs. innovative Produkte wird Deutschland so weniger herstellen können. in den Schulen wird schon bei den Kleinen früh selektiert in Uralt-wenig-effizienten-Schulformen; auch hier ein bRAVO für die Effizienzvernichtung.
Deutschland vergreist schnell ... nicht nur im Durchschnittsalter, sondern auch schon mental früher ... im Kopf und in den gewählten Wirtschaftsmechanismen.
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