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Kommentar: Das Ende der Atom-Illusion

Die Kühlsystene fallen aus, Anwohner werden evakuiert, es explodiert, es droht eine Kernschmelze. Die Lage im Kernkraftwerk Fukushima nach dem Mega-Erdbeben in Japan sind dramatisch. Noch sind Ursachen und Folgen nicht in all ihrer Tragweite absehbar. Eines ist aber schon jetzt klar: Die Katastrophe wird die Zukunft der Kernenergie nachhaltig beeinflussen. Ein Kommentar.

Jürgen Flauger ist Experte für die Energiebranche beim Handelsblatt. Quelle: Pablo Castagnola
Jürgen Flauger ist Experte für die Energiebranche beim Handelsblatt. Quelle: Pablo Castagnola

Für die Atombranche ist sie auf jeden Fall der GAU. Die immer wieder propagierte Renaissance der umstrittenen Technik könnte schon zu Ende gehen, ehe sie richtig eingesetzt hat.

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Natürlich war das Erdbeben in Japan ein Naturkatastrophe, die in ihrer Heftigkeit nur wenig vergleichbares kennt. Und natürlich sind solche Erdbeben in anderen Regionen der Welt auszuschließen, insbesondere in Deutschland.

Die Katastrophe von Fukushima nimmt der Atombranche aber eine Illusion: Die, dass die Technologie, die solch großen Schaden für Mensch und Natur anrichten kann, in weitest gehendem Maße beherrschbar ist. Die Atomlobby hat nie behauptet, dass der Betrieb von Kernkraftwerken fehlerfrei sei. Im Gegenteil, sie hat Fehler und Probleme immer einkalkuliert. Sie müssten nur beherrschbar sein, lautete die Argumentation. Mit doppelt und dreifachen Sicherheitssystemen sollten Probleme aufgefangen werden. Ein GAU sei so auszuschließen.

Das Erdbeben in Japan und der Tsunami haben das Gegenteil bewiesen. Die Natur ist stärker als das Know-how der Menschen. Der Betreiber konnte die Folgen nicht mehr beherrschen, die Sicherheitssysteme brachen in einem nicht kalkulierten Maße zusammen, über Stunden hinweg gelang es den Mitarbeitern nicht sie wieder ans Laufen zu bringen - und letztlich müssen sie hilflos zusehen, wie sich die gewaltige Energie der Kernbrennstoffe ihren Weg bahnen.

Dabei liegt das Kernkraftwerk nicht in einem Entwicklungs- oder Schwellenland mit vielleicht fragwürdigen Sicherheitsstandards, sondern in Japan. Einem Staat mit größtem technischen Know-how. Hier sitzen einige der wenigen Konzerne, die überhaupt Kernkraftwerke bauen. Und auch das Risiko von Erdbeben war in dieser gefährdeten Region bewusst eingeplant. Aber eben offenbar nicht nicht groß genug.

Die Kritiker, die immer davor gewarnt haben, dass sich die Kernenergie nicht beherrschen lässt, haben recht gehabt - und die Befürworter sind einer Illussion beraubt.

 

  • 13.03.2011, 19:13 UhrAnonymer Benutzer: pagesrai

    Unsere AKW's haben u.a. auch Gabriel und Tretin als sicher bezeichnet.
    Desalb müssen die jetzt fälligen Energiediskussionen sachlich und fair geführt werden. Verteufeln hilft nicht, Klagen gegen Erweiterungen von Kohlekraftwerken (Hanau) helfen auch nicht.

    Die Zukunft hat begonnen !!

  • 12.03.2011, 18:37 Uhrfkhau

    Das Ende der Atom-Illusion?
    Nein, ist es definitiv nicht. Jetzt kommen sie wieder hervor: die Verbissenen, die Unflexiblen, ewig Gestrigen. Sie bemühen wieder ihre sweet little lies, reden sich ein, ein moderner Mensch zu sein, wenn sie im atomaren Dunstkreis mitplappern, nicht merkend, dass sie nur ein armseliges Opfer sein werden in dem Spiel von Korruption Bereicherung und Desinformation.
    Da werden Vergleiche bemüht, es seine mehr Menschen bei der Montage einer Windmühle verunglückt, als von der gesamten Nutzung der Atomenergie, nein nicht in Biblis, nicht in D, sonder in der ganzen Welt. Das und andere groteske Vergleiche werden wir hier wieder hören, wobei auch einige ihr Geld damit verdienen werden.
    Ihr "geht nicht" Kleingeister: habt ihr vor 30 Jahren geglaubt, dass man 100000000 Transistoren auf einen Fingernagel bekommt? Seht ihr, geht doch. Aber dass man Atommüll in 30 Jahren sicher endlagert, dass habt ihr damals sofort und gerne geglaubt. Über die Kosten der Umlagerung von Asse spricht man nicht gerne und auch nicht darüber, dass die EU schon Millionen für die Sicherung von Tschernobyl ausgegeben hat und auf unbestimmte Zeit wohl weiter ausgeben muss, dass ist wohl auch gelogen, nicht wahr?
    Dass Europa mit seinen Küsten mit Gezeitenkraftwerken, Windanlagen, Solaranlagen, Solarthermischen Anlagen soviel Energie erzeugen könnte, dass das unseren heutigen Verbrauch übersteigt, das ist schon heute machbar, man muss es nur tun. Mit den ewig Gestrigen ist das aber ein mühsamer Prozess, die rufen nur nach dem Staat, wenn sie merken, dass ihre Kapitalanlagen in "Finanz-Produkte" nur heiße Luft waren.

  • 12.03.2011, 17:49 UhrAnonymer Benutzer: Schick

    Das alles habe ich nach Tschernobyl auch schon geglaubt ...

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