
NORDDEICH. Blauer Himmel, dazu eine leichte, aber stetige Brise: Die Bedingungen für die Eröffnung des ersten deutschen Offshore-Windparks schienen am Dienstag ideal. Doch aus Sicht des Unternehmenskonsortiums, das den Windpark Alpha Ventus 45 Kilometer nördlich von Borkum hochgezogen hat, ziehen dunkle Wolken auf: Die EU-Kommission blockiert einen Zuschuss für das Projekt.
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums macht die Brüsseler Behörde geltend, dass der Zuschuss zu einer Wettbewerbsverzerrung führe. Die Kommission habe daher vor 14 Tagen ein Prüfverfahren angekündigt, bestätigte das Ministerium in Berlin.
Doch die Bundesregierung will die ablehnende Haltung der Brüsseler Behörde nicht akzeptieren. Die Beamten von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) sind überzeugt, dass der Investitionszuschuss in Höhe von 30 Mio. Euro gerechtfertigt ist.
Vorzeigeprojekt der Regierung
Alpha Ventus gehört zu den energiepolitischen Vorzeigeprojekten der Bundesregierung. Der Windpark, für den die drei beteiligten Unternehmen Ewe, Eon und Vattenfall insgesamt 250 Mio. Euro ausgeben, ist der erste deutsche seiner Art: Er befindet sich in großer Entfernung vom Festland, die Fundamente der Windräder sind 30 Meter unter der Wasseroberfläche gegründet. Andere Offshore-Parks, etwa in Dänemark oder Großbritannien, befinden sich nur wenige Kilometer vor den Küsten in weitaus geringeren Wassertiefen.
Angesichts der immensen technischen Herausforderungen sei der Zuschuss für Alpha Ventus angemessen, ließ das Ministerium wissen. Aus Kreisen der beteiligten Unternehmen hieß es, man setze nun darauf, dass Bundesumweltminister Röttgen sich in Brüssel für den Zuschuss stark mache.
Der Fall des Investitionszuschusses für Alpha Ventus ist nicht der einzige, der für Streit zwischen Brüssel und Berlin sorgt. So kämpft die Bundesregierung bereits seit vielen Monaten für Hilfszahlungen an die energieintensive Industrie, die als Ausgleich für hohe Strompreise gewährt werden sollen.