Energie + Technik

Special

So kann die Energiewende gelingen

_

Rohstoffe: Wettfahrt zum Nordpol

In einigen Jahren endet die Frist, um Ansprüche auf Nutzung des Meeresbodens zu erheben. Die Anrainerstaaten schicken in der Hoffnung auf Bodenschätze nun ihre Forschungsschiffe ins ewige Eis. Die Aussicht auf wertvolle Rohstoffe lockt.

Die Eisbrecher "Healy" (USA, vorne) und "Louis S. St. Laurent" (Kanada) auf ihrer Fahrt zum Nordpol. Quelle: dpa
Die Eisbrecher "Healy" (USA, vorne) und "Louis S. St. Laurent" (Kanada) auf ihrer Fahrt zum Nordpol. Quelle: dpa

OTTAWA. Die Arktisstaaten nutzen das kleine Zeitfenster, das der kurze arktische Sommer bietet, um Daten über den Boden des Eismeers zu sammeln. Damit wollen sie ihren Anspruch auf Teile des Meeresbodens untermauern. Vor allem die Aussicht, dort Bodenschätze zu finden, treibt sie um. Die Zeit drängt: Nur noch wenige Jahre haben die Arktisländer Zeit, ihre Ansprüche wissenschaftlich zu belegen und vor einem Fachgremium der Vereinten Nationen geltend zu machen.

Anzeige

Der Rückgang des Polareises in der Arktis hat die Hoffnung auf Bodenschätze bei den Anrainerstaaten USA, Kanada, Russland, Norwegen und Dänemark-Grönland vergrößert. Forschungsschiffe und Eisbrecher Kanadas, der USA und Russlands werden bis Mitte September das Nordpolarmeer durchkreuzen und die geologische Struktur des Meeresbodens untersuchen. Von den Resultaten hängt ab, ob ein Land Anspruch auf wirtschaftliche Nutzung des Meeresbodens erheben kann. „Wir planen, unsere Daten Ende 2013 vorzulegen“, sagt Jacob Verhoef von der Geological Survey of Canada und dem für Bodenschätze zuständigen Ministerium. Verhoef leitet das wissenschaftliche Programm, das zeigen soll, wie weit das Kontinentalschelf Kanadas ins Eismeer ragt. Daran arbeiten auch die anderen Eismeer-Anlieger.

Wachsende Begehrlichkeiten

Kanadier und US-Amerikaner starten jetzt mit ihren Eisbrechern „Louis S. St. Laurent“ und „Healy“ eine Expedition in das „Kanadische Becken“ nördlich der Beaufort-See. Beide Schiffe unternehmen ihre dritte gemeinsame Forschungsreise. „Kanada und die USA arbeiten bei dieser Expedition zusammen, um den erweiterten Festlandssockel zu beschreiben“, sagt Brian Edward, Chef-Wissenschaftler auf der „Healy“. Seit Ende Juli ist zudem das russische Forschungsschiff „Fedorow“ in Begleitung des atomgetriebenen Eisbrechers „Jamal“ auf dem Weg in das Eismeer nördlich der sibirischen Küste.

Der „Wettlauf zum Nordpol“ ist vor allem ein wissenschaftlicher. Ein Anrainerstaat muss durch seismische Untersuchungen beweisen, wie weit der Meeresboden die „natürliche Verlängerung“ seines Kontinentalsockels ist. So fordert es die Uno-Seerechtskonvention. Nur dann kann der Küstenstaat den Meeresboden über die 200-Seemeilen-Zone hinaus wirtschaftlich nutzen. Eine komplizierte Formel, bei der die Meerestiefe und die Entfernung zur Küste berücksichtigt werden, bestimmt, wie weit die Hoheitsrechte reichen.

Dabei geht es nicht um die Hoheit über das Meer, sondern darum, ob ein Staat jenseits seiner 200-Seemeilenzone (etwa 360 Kilometer) den Meeresboden ausbeuten kann. Weder die Schifffahrt, noch Fischfang oder Grenzziehung im Meer sind vom Wettlauf betroffen.

  • 11.01.2011, 12:06 UhrMattze

    Die amis werden nichts unternehmen um den nordpol zu schützen. im gegenteil. ihnen geht es noch zu langsam. die wollen an das öl das da liegt. warum haben die eigendlich alle 5000m eine antenne da oben aufgebaut? helfen die vieleicht mit microwellen nach??

  • 18.08.2010, 14:39 Uhrmarcello de grande

    Juhu, eine schöne Gegend mehr, die die Amis mit ihren Ölkonzernen kaputt machen können. Dann schon mal Prost auf die nächste Katastrophe.
    Würde die Nato Staaten für ihre schlechte Umweltpolitik genau so bestrafen wie die Amis Staaten, die Terroristen beherbergen, würde Amerika mit bomben zugeschmissen werden das kein Stein mehr auf dem anderen stünde!

  • Die aktuellen Top-Themen
Europäischer Erfinderpreis 2013: Festakt für die besten Erfinder der Welt

Festakt für die besten Erfinder der Welt

Sechs Antworten auf bohrende Fragen unserer Zeit: In Amsterdam ist der Europäische Erfinderpreis verliehen worden. Unter den Gewinnern ist der Tüftler, der die Grundlage für Tablets geschaffen hat.

Europäischer Erfinderpreis 2013: LCD-Erfinder für sein Lebenswerk geehrt

LCD-Erfinder für sein Lebenswerk geehrt

Das Europäische Patentamt hat die Gewinner des Erfinderpreises 2013 bekannt gegeben und herausragende Tüftler für ihren Beitrag zu gesellschaftlicher Entwicklung, Wohlstand und technologischem Fortschritt gewürdigt.

Gejagte Jäger: Tiger weiter vom Aussterben bedroht

Tiger weiter vom Aussterben bedroht

Wilderei und illegale Abholzung lassen die Zahl der Tiger weltweit schrumpfen. Auch zweieinhalb Jahre nach einem Krisengipfel fällt die Bilanz nüchtern aus. Der weltgrößten Raubkatze droht weiter das Aussterben.