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Service und Tarife im Test: Stromkunden hängen in der Warteschleife

exklusiv Norbert F. schäumt. Anfang September hatte er sich zum Wechsel seines Stromanbieters durchgerungen. Im Internet meldete er sich bei der Billigtochter eines der großen Energiekonzerne an, Anfang November sollte der Wechsel vollzogen sein. Doch das ist er bis heute nicht. Zuerst wurde der Termin auf Jahresanfang verschoben, und als der Anbieter auch diesen nicht halten konnte wurde der Vertrag gekündigt - ohne Begründung und Entschuldigung. Der Kunde hatte vier Monate verloren, musste überflüssige Porto- und Telefongebühren tragen.

Nicht bei jeden Stromanbieter stimmen Preis und Leistung. Quelle: ap
Nicht bei jeden Stromanbieter stimmen Preis und Leistung. Quelle: ap

DÜSSEDLORF. Solchen Ärger haben viele Konsumenten, die den Stromanbieter wechseln wollen. Pro Jahr tun dies immerhin rund zwei Mio. Stromkunden - Tendenz steigend. Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben inzwischen über 17 Prozent der deutschen Haushalte einen neuen Stromlieferanten. Immer mehr Anbieter buhlen im Internet um die Wechselwilligen, die sich über Suchmaschinen in Sekundenschnelle für ihre Stadt und ihren Verbrauch die günstigsten Tarife ermitteln lassen.

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Mit dem Wechsel ihres Anbieters können die deutschen Stromkunden zwar viel Geld sparen, aber auch viele Nerven verlieren. Denn der Service bleibt häufig auf der Strecke - lange Wartezeiten, verdeckte Klauseln oder hohe Vorkasse sorgen zunehmend für Ärger.

Das Deutsche Institut für Service-Qualität (DISQ), ein unabhängiges Marktforschungsunternehmen, hat im Auftrag des Handelsblatts jetzt die besten Anbieter ermittelt, die sowohl günstige Tarife haben als auch kundenfreundlich sind. Im März untersuchte es zum einen in den fünf Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt die aktuellen Tarife, wobei Angebote mit monatelanger Vorkasse nicht berücksichtigt wurden. Zum anderen testete es gleichzeitig per E-Mail und Telefon den Kundenservice und wertete Angebote und Vertragsbedingungen aus.

Fazit: Die Preisunterschiede sind ebenso groß wie die Servicequalität. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Stromverbrauch von 4 500 Kilowattstunden im Jahr kann in den untersuchten Städten im Schnitt bis zu 205 Euro sparen. Der Service ist dagegen insgesamt nur "befriedigend".

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