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Smart Grid: Intelligentes Stromnetz kommt nur schwer in Gang

Enorme Investitionen sind nötig, damit die Energie-Einspeisung aus erneuerbaren Quellen reibungslos gelingt. Energiemanager fordern deshalb Rahmenbedingungen für den Aufbau eines intelligenten Stromnetzes.

Strommasten im Emsland: Um die dringend nötige Energie-Modernisierung voranzutreiben, muss die Regierung handeln. Quelle: dpa
Strommasten im Emsland: Um die dringend nötige Energie-Modernisierung voranzutreiben, muss die Regierung handeln.Quelle: dpa

KölnDer Symbolwert des lachsroten Gebäudes ist beträchtlich: Ende des Jahres eröffnet in der Nähe von Glasgow Europas erstes Forschungs- und Demonstrationszentrum für intelligente Stromnetze. Es steht für die Einigkeit Schottlands bei der Energiewende. Die Universität Strathclyde, die Regierung und schottische Energieversorger stemmen die Kosten von 15 Millionen Euro gemeinsam. "Neue Standards in der Elektrizitätsversorgung setzen" - so lautet das Ziel des Zentrums laut Jim McDonald, Präsident der Universität Strathclyde.

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Doch für die Erneuerung der europäischen Stromnetze ist das Projekt nur ein kleiner Schritt: Enorme Investitionen sind nötig, damit die Einspeisung von Energie aus erneuerbaren Quellen reibungslos gelingt. EU-Energiekommissar Günther Oettinger beziffert den Finanzbedarf auf 200 Milliarden Euro. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hält in Deutschland bis 2020 Ausgaben von 13 Milliarden Euro für nötig. Fast 200.000 Kilometer Leitungen müssten neu verlegt werden.

Hindernisse für das Smart Grid

Um die dringend nötige Modernisierung voranzutreiben, muss die Regierung handeln. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Management Engineers unter 150 Topführungskräften der deutschen Energiewirtschaft stimmen die Voraussetzungen derzeit nicht: 95 Prozent werten unklare Rahmenbedingungen als erhebliches Hindernis auf dem Weg zu einer intelligenten Energieversorgung.

Die für das Jahr 2020 angepeilten Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien können laut Erhebung nur erreicht werden, wenn Politik und Regulierungsbehörden für mehr Investitionssicherheit sorgen - vor allem beim Aufbau des intelligenten Stromnetzes, Smart Grid genannt. "Es fehlt an der notwendigen Planungssicherheit, um die intelligenten Netze unter Hochspannung zu setzen", sagt Andreas Olbrich, Energiemarktexperte bei Management Engineers. Laut Umfrage wird es bei der Einführung von intelligenten Zählern, den sogenannten Smart Metern, zu Verzögerungen kommen. Die Ablesegeräte sollen Verbrauchern helfen, Strom zu sparen. Die Energiemanager gehen davon aus, dass nicht einmal jeder zweite Haushalt in Deutschland bis 2020 mit einem Smart Meter ausgerüstet sein wird.

Nach Vorgabe der EU sollen dann aber 80 Prozent der Haushalte über ein solches Gerät verfügen. Einer der Gründe für die schleppende Entwicklung: In Deutschland ist nicht geklärt, welche gesetzlichen Auflagen die Smart Meter erfüllen müssen. Parallel ist Aufklärungsarbeit nötig. Kaum ein Verbraucher weiß, was ein Smart Meter ist. Gerade einmal 14 Prozent der Verbraucher sage der Begriff etwas - so das Ergebnis einer Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom.

Doch die Industrie macht sich das Leben auch selbst schwer: Es gibt eine Vielzahl konkurrierender Anbieter von Smart Metern - die Folge sind unterschiedliche Mess- und Kommunikationsstandards. Derzeit ist unklar, welche sich durchsetzen werden. Um für Planungssicherheit zu sorgen, fordert Experte Olbrich "einen verlässlichen Schulterschluss von Unternehmen, Politik und Regulierungsbehörden".

  • 08.05.2011, 12:52 UhrAnonymer Benutzer: Eva1811

    Es ist schon seltsam, der "Alltag" kann nicht mit den enormen Fortschritten und Weiterentwicklungen der Multimedia mithalten und jetzt holt das uns ein.

    Es ist an der Zeit, mal unsere "Alltagsdinge" altbewährend und zickfach erprobt, doch auf die neuen Bedingungen und Anforderungen zu überprüfen und ggf. zu verbessern oder zu erneueren.

    Was unsere Stromnetze betrifft, wie wäre es mit einer Art "Testlauf" in einer Großstadt (nehmt doch mal den Atomstrom zur Hälfte vom Netz und speist dafür erneuerbare Energien ein) und dann sehen wir was passiert.

  • 07.05.2011, 09:23 UhrAnonymer Benutzer: momo1

    Es sollten endlich bezahlbare Bennstoffzellen(PEM oder SOFC) in die Keller von Einfamilienhäusern kommen,die auch die Wärme auf kurzem Weg im Haus verteilen. Es wird dann das Erdgas (oder Biogas) bestens ausgenutzt. Brennstoffzellen haben kaum Schwingungen und Geräusche.

  • 03.05.2011, 13:05 UhrAnonymer Benutzer: Nachdenker

    Warum legt man keine Trassen von den Windparks zu Großverbrauchern?
    Hmmm... vielleicht, weil sich dann die Kosten für den Windstrom noch ein ganzes Stück erhöhen würden? Es ist doch nicht von der Hand zu weisen, wie die Solar- und Windlobby jegliche Verantwortung für die Netzinfrastruktur von sich weist. Das sollen gefälligst die "Energiemultis" machen. Politisch und medial fährt man voll diese Schiene.
    Es geht doch nur um den eigenen Profit.
    Bei den Speichertechnologien, die im Grunde parallel zu den "erneuerbaren" entwickelt werden müssten, hinkt man auch bewußt hinterher, weil es eben große, die Gewinne schmälernden, Forschungsausgaben sind.
    Lieber schmiert man Presseheinis und Politiker. Das ist preiswerter.

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