
DÜSSELDORF. „Smart“, also „schlau“, sind die Leitungen, weil sie – der Digitalisierung sei Dank – neben dem Strom auch Informationen transportieren. Zum Beispiel über den aktuellen Strompreis, der künftig je nach Tageszeit und Auslastung variiert.
Die Waschmaschine oder auch der Trockner von Miele können diese Signale empfangen – und somit beispielsweise morgens beladen werden. Erst einmal passiert dann vermutlich nichts, schließlich wird zu dieser Tageszeit in aller Regel viel Strom nachgefragt. Dazu kommt: Die Solaranlagen der Republik produzieren ebenfalls noch keinen Strom, und der Wind bläst noch nicht so stark.
Fällt der Strompreis im Laufe des Tages jedoch unter eine bestimmte Marke, auf die die Waschmaschine programmiert ist, schaltet sich das Gerät ein. Unterm Strich wird die Stromrechnung also billiger.
Noch ist das für die meisten Haushalte zwar Zukunftsmusik, aber nicht mehr lange: Seit Anfang des Jahres müssen bei Neubauten und umfangreichen Renovierungen digitale Stromzähler, sogenannte Smart Meter, eingebaut werden. Außerdem müssen die Stromversorger von 2011 an unterschiedliche Stromtarife anbieten, die nach Tageszeit und Auslastung des Stromnetzes variieren.
Doch auch die Stromkonzerne haben Vorteile: Dank der smarten Technik können sie die Erzeugung ihrer Energie besser steuern. Stefan Kohler, Geschäftsführer der Deutschen Energieagentur, erwartet, dass die Stromversorger bald deutlich niedrigere Tarife anbieten. Peter Hübinger, Leiter Elektronik bei Miele, hält eine Senkung der Stromtarife um sieben bis zehn Cent für möglich. Derzeit kostet die Kilowattstunde um die 20 Cent.