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Technik-Suche: Mit AC/DC beim Netzausbau sparen

Die Energiewende gelingt nur mit einem Stromnetzausbau, der Milliarden verschlingen wird. Um Kosten zu sparen, suchen die Unternehmen nach neuen Technologien. Doch der große Wurf ist noch nicht dabei.

Kanzlerin Angela Merkel bei der Einweihung einer neuen Hochspannungsleitung im Dezember 2012. Quelle: dapd
Kanzlerin Angela Merkel bei der Einweihung einer neuen Hochspannungsleitung im Dezember 2012. Quelle: dapd

BerlinUltranet, AC/DC-Technologie oder ACCR – hinter diesen Begriffen verbirgt sich bares Geld. Geld, das die Netzbetreiber beim Ausbau der Stromleitungen in Deutschland sparen könnten. Der soll laut den neuesten Berechnungen 20 bis 40 Milliarden Euro verschlingen. Geld, das am Ende der Steuerzahler stellen muss.

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Doch neue Technologien könnten zumindest einen kleinen Teil der neuen Trassen überflüssig machen. Hoffnung machen zum Beispiel Hochtemperaturleiterseile. Die können bis zu 210 Grad Hitze aushalten, ohne sich zu verformen. Das heißt auch, dass sie eine größere Menge Strom transportieren können als konventionelle Hochspannungsleitungen.

Fragen zum Netzausbau

  • Wie groß ist der Ausbaubedarf?

    Der von den Netzbetreibern vorgestellte Entwicklungsplan sieht bis 2022 insgesamt 3.800 Kilometer neue Stromtrassen vor, dazu den Ausbau von 4.400 Kilometern bereits bestehender Leitungen. Das soll rund 20 Milliarden Euro kosten.

  • Um welche Leitungen geht es?

    Es gibt zwei Arten von Stromleitungen: Übertragungsnetze und Verteilnetze. Das Übertragungsnetz verhält sich zum Verteilernetz in etwa so wie eine Autobahn zu einer Landstraße oder innerstädtischen Straße. Beim Ausbau der Netze geht es vor allem um die Übertragungsnetze, die den Strom etwa vom windreichen Norden in den Rest der Republik transportieren sollen.

  • Das Übertragungsnetz

    Das Übertragungsnetz in Deutschland ist rund 35.000 km lang und wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern Tennet, 50Hertz, Amprion und Transnet BW betrieben.

  • Das Verteilnetz

    Das Verteilnetz in Deutschland ist hingegen rund 1,7 Millionen Kilometer lang und wird von etwa 900 Unternehmen, darunter viele Stadtwerke, betrieben.

  • Wer bezahlt den Ausbau?

    In letzter Instanz zahlt der Stromverbraucher über eine Umlage auf den Strompreis den Netzausbau. Diese Umlage nennt sich Netzentgelt, also eine Gebühr dafür, dass der Strom der Verbraucher über die Leitungen der Netzbetreiber geschickt werden darf. Die Gebühr macht derzeit 23 Prozent des Strompreises aus.

    Über diese Umlage finanziert der Staat den Netzausbau: Die Netzbetreiber erhalten von der Bundesnetzagentur auf ihre Investitionskosten 9,5 Prozent Eigenkapitalverzinsung garantiert. Sie müssen lediglich dafür sorgen, das nötige Kapital für den Ausbau aufzutreiben.

Die Netzbetreiber Tennet und 50Hertz testen sie bereits. Erst im Dezember nahm 50Hertz eine Hochtemperaturleiterleitung zwischen Remptendorf in Thüringen und Redwitz in Bayern in Betrieb. Mit der Umrüstung auf Hochtemperaturleiterseile sei die Leistungskapazität dieser Leitung von bisher 1.800 Megawatt (MW) um rund 300 MW auf 2.100 MW erhöht worden – ohne den Bau zusätzlicher Trassen.

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Die RWTH Aachen testete in einer Studie die Hochtemperaturleiterseile (ACCR) der Firma 3M. Bei einem Szenario der Studie mit 200 Kilometer Leitungslänge käme der Ausbau mit dem ACCR-Seil von 3M „um 19 Prozent günstiger als ein Ersatz der Strecke mit neuen Masten und herkömmlichen Seilen.“

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Doch Tennet-Chef Martin Fuchs warnt davor, zu viele Hoffnungen in die Technologie zu stecken. „Die Hochtemperaturleiterleitung sind nur ein Beitrag zur Lösung“, sagte er gestern bei der Handelsblatt-Energietagung. Ein Problem sei vor allem der mögliche Ausfall der Leitungen. Wenn eine Leitung mit solch einer hohen Kapazität ausfällt, hat das größere Folgen als bei einem Ausfall von kleineren Leitungen.

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