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Unterseeleitungen: Frankreich verkabelt Desertec mit Europa

Am kommenden Donnerstag geht das Industrie-Konsortium Medgrid an den Start. Alstom, Siemens und die EDF-Netz-Tochter RTE wollen damit Solarstrom aus Afrika nach Europa bringen. Doch vor allem will Nicolas Sarkozy mit der französischen Initiative Stärke zeigen.

Frankreichs Präsident hat das Industrie-Konsortium Megred angeschoben. Quelle: Reuters
Frankreichs Präsident hat das Industrie-Konsortium Megred angeschoben. Quelle: Reuters

PARIS MÜNCHEN. Eigentlich sind die Industriekonzerne Alstom und Siemens erbitterte Konkurrenten. Doch bei der Entwicklung von Solar-Strom in Nordafrika sollen nun beide Konzerne Hand in Hand zusammenarbeiten.

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Am Donnerstag dieser Woche soll in Paris das französisch dominierte Konsortium Medgrid aus der Taufe gehoben werden, bei dem Alstom und auch Siemens mitmachen wollen. Das Projekt wird von der französischen Regierung unterstützt. Medgrid ist der neue Name der Initiative Transgreen. Kernpunkt ist der Bau von bis zu fünf Unterseeleitungen im Mittelmeer, die den Solar-Strom der Desertec-Initiative um Siemens von Nordafrika nach Europa leiten sollen.

Viele sehen in Medgrid ein französisches Gegenprojekt zu Desertec. „Das ist auf keinen Fall die Idee“, sagt Georges de Montravel, Geschäftsführer von Medgrid. „Sobald die Aktiengesellschaft gegründet ist, wollen wir mit Desertec ein Abkommen über Informationsaustausch abschließen mit dem Ziel, teure Doppelarbeiten zu vermeiden“, sagt Montravel. Die Namensänderung in Medgrid erklärt er damit, dass der Marken-Name Transgreen bereits geschützt war.

Medgrid-Aktionäre sind unter anderem Alstom, Areva, die EDF-Netztochter RTE, der Kabelspezialist Nexans, aber auch Siemens, der spanische Solarkonzern Abengoa sowie der marokkanische Stromanbieter ONE. Jeder Aktionär soll rund 200 000 Euro Eigenkapital einzahlen.

So ganz friedlich und harmonisch ist die Geschichte der beiden Solar-Initiativen indes nicht verlaufen. Ganz zu Beginn stand das politische Projekt von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy, die Mittelmeer-Anrainer über eine „Mittelmeer-Union“ enger an Frankreich anzubinden. Deutschland sollte dabei außen vor bleiben. Bundeskanzlerin Angela Merkel riskierte den offenen Krach: Jetzt ist die EU und damit Deutschland eingebunden. Zahlreiche Projekte wie ein großer Solar-Plan wurden vereinbart.

  • 22.11.2010, 10:10 UhrAnonymer Benutzer: Torsten Steinberg

    Diesem Artikel gebührt besonderes Lob dafür, dass er die Entstehung der Desertec und Transgreen/Medgrid-initiativen einmal in der richtigen Reihenfolge darstellt und die Urheberschaft von Sarkozys Mittelmeerunion anerkennt. Es ist ja schier nicht auszuhalten, mit welcher ignoranz an anderer Stelle fälschlicherweise die Vorreiterrolle der Desertec-intiative betont und und darauf abgehoben wird, dass es die Franzosen seien, welche die Deutschen imitieren. Nur wenn jede Seite die Verdienste der jeweils anderen entsprechend würdigt, wird eine ganz undogmatische, gedeihliche Zusammenarbeit entstehen können, die allein dazu in der Lage ist, die energiepolitische und -wirtschaftliche Landkarte der Mittelmeeranrainerstaaten und darüber hinaus neu zu gestalten. Der Erfolg ist allen beteiligten in unser aller interesse sehr zu wünschen.

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