_

Klima-Orakel: Was bringen grüne Suchmaschinen?

Leser fragen – Klima-Experten antworten. Diese Woche hat Francis Reinier aus Berlin nachgefragt, Holger Schneidewindt, Jurist für Klimaschutz-Fragen der Verbraucherzentrale NRW antwortet ihm.

"Grüne Suchmaschinen" werben mit Ökostrom - doch dahinter steckt meist die Google-Technik. Quelle: dpa
"Grüne Suchmaschinen" werben mit Ökostrom - doch dahinter steckt meist die Google-Technik. Quelle: dpa

Mit ein paar Klicks das Klima schützen - ganz so einfach ist es nicht. Die Anbieter von grünen Suchmaschinen werben zum Teil mit irreführenden Aussagen. Beispielsweise damit, dass jede Anfrage eine bestimmte Anzahl von Quadratmetern Regenwald schützt. Doch tatsächlich führt nur jeder Klick auf einen Werbelink, einen so genannten "gesponserten Link", zu einer Spende für Klimaschutz-Projekte. Das Geld stammt nämlich von Firmen, die mit Marketing im grünen Umfeld neue Kunden gewinnen möchten. Wer jetzt denkt "viel hilft viel" und tausendfach auf die Werbelinks klickt, liegt leider falsch. Die Aktivitäten werden statistisch erfasst, und bei einer "unnatürlichen Nutzung" ziehen die Unternehmen ihre Werbeanzeigen zurück.

Anzeige

Ein weiteres Argument für die grüne Suche ist die Nutzung von Ökostrom. Doch Grüne Suchmaschinen sind nur kleine Programme mit anderer Optik. Die eigentliche Internet-Suche läuft weiterhin über die riesigen Rechenzentren von Google, Yahoo und Bing. Doch die legen nicht offen, woher sie ihren Strom beziehen. Deshalb ist auch nicht nachzuvollziehen, ob die Energie für Server & Co. aus Kohle, Atomkraft oder Windkraftanlagen stammt.

Nähere Informationen dazu gibt es bei der Verbraucherzentrale NRW.

  • Die aktuellen Top-Themen
Ethik-Diskussion: Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Wann ist ein Hacker ein guter Hacker?

Bei einer Tagung des Chaos Computer Club haben Hacker versucht, für sich eine neue Ethik zu formulieren. Doch die Szene streitet, was Hacker dürfen sollen.

Expo 2012: Viel High Tech, wenig Gäste

Viel High Tech, wenig Gäste

Mit einer Expo zur nachhaltigen Nutzung der Meere will Südkorea Gäste aus aller Welt ins Land locken. Allein im deutschen Pavillon stecken 15 Millionen Euro. Doch die ersten Besucherzahlen waren enttäuschend.

Dragon besucht ISS: Das Andock-Manöver in Bildern

Das Andock-Manöver in Bildern

Erstmals dockt an der Raumstation ISS etwa 350 Kilometer über der Erdoberfläche ein privat finanzierter Raumtransporter an. Die beeindruckenden Bilder zu einem Meilenstein der Raumfahrtgeschichte.

  • Video

Projekt Zukunft Wie die Dinosaurier-Forschung hilft, heutige Probleme zu lösen - ein Gespräch mit Oliver Wings

Ein Gespräch mit Dr. Oliver Wings, Dinosaurier-Forscher, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, über den Nutzen der Dino-Forschung für die moderne Wissenschaft