
Bisher sind unsere Stromnetze auf die Bereitstellung einer bestimmten Strommenge ausgelegt. Das Smart Grid oder intelligente Stromnetz soll darüber hinaus einen stärkeren Austausch von Informationen über Angebot und Nachfrage von Strom ermöglichen. Die Idee ist, dass auf diese Weise die stark schwankende Energieerzeugung von Wind und Sonne besser genutzt werden kann. Durch einen intelligenten Stromzähler – ein ‚Smart Meter‘ – können Endkunden dann Signale erhalten, wenn besonders viel Strom zur Verfügung steht (wenn zum Beispiel viel Wind weht) und diesen dann günstig nutzen.
Anders herum kann der Zähler auch Daten darüber erfassen, wo gerade Strom gebraucht wird. Durch die genaue Erfassung der Verbrauchsdaten können Verbraucher auch ihren Stromverbrauch kontrollieren und gegebenenfalls leichter Energie sparen. An den richtigen Stellen eingesetzt, könnte ein solches System dazu führen, dass erneuerbare Energien besser eingebunden werden und weniger Reservekraftwerke nötig sind.
Das Klima-Orakel erscheint in Zusammenarbeit von Handelsblatt Online und der vom Bundesumweltministerium geförderten Initiative Klima sucht Schutz.
Es gibt weder ein intelligentes Netz noch intelligente Zähler. Nur Menschen können intelligent sein, Dinge bzw. Gerätschaften aber nicht. Der fälschliche Gebrauch dieser Begriffe wie 'intelligentes' Netz lässt allenfalls einen Rückschluss auf die Intelligenz derjenigen zu, welche dies tun.
Das Netz wurde schon immer von intelligenten Menschen gesteuert, was sicherlich auch in Zukunft erfolgen wird. Die von intelligenten Menschen verbesserten technischen Möglichkeiten werden aber auch dazu führen, die weniger intelligenten mit neuen Techniken übern Tisch zu ziehen und z.B. über den Energieverbrauch deren Lebensgewohnheiten zu registrieren und auszuspionieren. Deshalb steht unsere Regierung hinter diesem System, welches neben den erneuerbaren Enerigen zugleich ein weiteres Geschäftsmodell ist, ohne damit Energie einzusparen.
Tatsächlich gibt es viele Geräte, auch im Haushalt, die Energie speichern könnten. Ob Wärmepumpen, Waschmaschinen und sogar Speicherheizungen, sie könnten dann eingeschaltet weden, wenn Strom im Überangebot da ist. So könnte z. B. ein Wohnhaus insgesamt die Wärme speichern, was wahrscheinlich viel effizienter ist, als jede verfügbare Speichertechnik.
Das Problem ist, dass das der Verbraucher nur machen wird, wenn (1) die Technik dafür nicht zu kompliziert ist (z. B. einfache Funk-/GSM-gesteuerete Schaltsteckdosen) und wenn (2) die Energieanbeiter bereit wären, die überaus günstigen Spotpreise an der Energiebörse zu Zeiten des Angebotsüberhangs auch weiterzugeben. D. h., der Endkundenpreis je kWh müsste wohl bis 10 ct fallen, damit sparsame Verbraucher bereit wären, die Schaltzeiten ihrer Geräte an das Stromangebot anzupassen.
Betrachtet man aktuelle Mehrtarifsysteme der Energieanbieter, so sind wir davon weit entfernt.
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