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Bodenschätze: Gewaltige Rohstoffvorkommen in der Arktis

Riesige Mengen an Erdgas und Öl lagern in der nördlichen Polarregion unseres Planeten. Wie groß die Vorkommen an Bodenschätzen genau sind, haben Wissenschaftler jetzt zu berechnen versucht. Ihre Zahlen dürften den Verteilungskampf unter den fünf Arktis-Anrainerstaaten weiter anfachen.

Unter dem Eis der Arktis lagern große Mengen an Öl und Gas. Quelle: dpa
Unter dem Eis der Arktis lagern große Mengen an Öl und Gas. Quelle: dpa

HB NEW YORK/WASHINGTON. Nach Schätzung von US-Geologen lagern im nördlichen Polargebiet etwa 30 Prozent der bislang unentdeckten Erdgasvorräte der Erde. Das entspräche mindestens dem weltweiten Sieben-Jahres-Verbrauch. Zudem schlummern dort 13 Prozent der unentdeckten Ölvorräte, wie die Wissenschaftler um Donald Gautier vom staatlichen United States Geological Survey im Fachmagazin „Science“ berichten.Die meisten Vorkommen gibt es den Forschern zufolge im Meeresboden unter weniger als 500 Metern Wasser.

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Wie groß die arktischen Rohstofflager sind, zeigt ein Blick auf die weltweite Fördermenge: Derzeit werden pro Jahr rund 3 100 Mrd. Kubikmeter Erdgas gefördert. In der Nordpolarregion lagern nach Einschätzung der Forscher aber mindestens 21 800 Mrd. Kubikmeter. Mit 50 prozentiger Wahrscheinlichkeit sei es sogar das Doppelte. Vom Energiegehalt her gesehen gebe es drei Mal mehr unentdecktes Gas in der Arktis als unentdecktes Öl.

Die Öl-Lagerstätten seien zwar relativ klein im Vergleich zu der Fördermenge in typischen Öl-Export-Ländern wie Saudi-Arabien. Aber aufgrund der außergewöhnlichen Lage zwischen den Kontinentalplatten könnten sie eine wichtige Einnahmequelle für Russland und Norwegen werden und den andauernden Streit der fünf Arktis-Anrainerstaaten weiter anfachen.

Dänemark, Kanada, Norwegen, Russland und die USA liefern sich seit Jahren einen Kampf um die großen Rohstoffvorkommen in der Arktis. Im Mai 2008 hatten sie sich zu einem friedlichen Lösungsweg unter Leitung der UN verpflichtet. Bis heute wurden ihre unterschiedlichen Ansprüche allerdings nicht geklärt.

So beansprucht etwa Russland einen 1,2 Mio. Quadratkilometer großen Teil der Arktis einschließlich des Nordpols. Umstritten ist dabei, ob der Festlandsockel unter dem Eismeer als Fortsetzung des eurasischen Kontinents anzusehen ist. 2007 hatten russische Polarforscher eine Nationalflagge aus Titan in mehr als 4000 Metern Tiefe auf dem Grund des Eismeeres aufgestellt und damit Moskaus Anspruch auf das Nordpolarmeer bekräftigt.

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