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BP-Ölkatastrophe: Der Mann am Bohrer

Alle Hoffnungen im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ruhen derzeit auf John Wright. Der Spezialist für Entlastungsbohrungen soll die endgültige Abdichtung der Ölquelle ermöglichen. 15 Meter trennen Wright und sein Team noch von ihrem Ziel.

John Wright gilt als Spezialist für die Reparatur beschädigter Ölquellen. Quelle: ap
John Wright gilt als Spezialist für die Reparatur beschädigter Ölquellen. Quelle: ap

NEW ORLEANS. Noch 15 Meter, dann ist John Wright am Ziel. Der 56-Jährige treibt die Entlastungsbohrung voran, mit deren Hilfe die leckgeschlagene Ölquelle im Golf von Mexiko endgültig versiegelt werden soll. Am Wochenende, so die jüngsten Schätzungen, könnte der Bohrkopf von der Größe einer Grapefruit tief unter dem Meeresboden seitlich auf den vorhandenen Bohrschacht treffen. Durch den neuen Nebenkanal soll dann zunächst eine schwere Spezialflüssigkeit und anschließend Zement gepumpt werden, um die Quelle dauerhaft zu verschließen.

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Für Wright ist es bereits die 41. Entlastungsbohrung. Der Vizepräsident der Spezialfirma Boots & Coots aus Houston hat schon auf der ganzen Welt, von Norwegen bis Venezuela, an der Reparatur von Ölquellen mitgewirkt. Aber die Bohrung im Golf von Mexiko sei eine besondere Herausforderung, so Wright gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Mehr als 5 000 Meter weit haben er und sein Team auf der Plattform „Development Driller III“ den Bohrkopf bereits in den Meeresboden getrieben. Immer wieder mussten sie ihre Arbeit unterbrechen, um zu kontrollieren, ob die Richtung noch stimmte.

Hinzu kamen zahlreiche Diskussionen und Konferenzen mit dem Ölkonzern BP und der Regierung darüber, ob und wie die Bohrung fortgesetzt werden sollte. Doch so mühselig die Arbeit auch ist - Wright ist froh, dass die US-Regierung auf einem Abschluss der Entlastungsbohrung beharrt.

BP-Vertreter und selbst der Krisenmanager der Regierung, Thad Allen, hatten nach der erfolgreichen Abdichtung des Bohrlochs von oben zwischenzeitlich angedeutet, der Verschluss der Quelle unter dem Meeresboden - der sogenannte „Bottom Kill“ - sei möglicherweise gar nicht mehr notwendig. Erst in der vergangenen Woche entschied Allen, die Bohrung müsse fortgesetzt werden.

Wright zeigte sich darüber erleichtert: „Jeder, der schon einmal sehr hart an einem langwierigen Projekt gearbeitet hat, will es erfolgreich zu Ende bringen.“

Seit dem 19. Juni arbeitet der 56-Jährige auf der Bohrinsel. Ihm waren nur wenige Pausen auf dem Land vergönnt. Wenn alles vorbei ist, will er sich eine Zigarre anzünden und mit seinen Jungs ordentlich feiern - und dann mit seiner Frau an irgendeinem ruhigen Ort so richtig ausspannen.

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