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Erfolg am Golf: BP-Ölleck erfolgreich versiegelt

Nachdem BP die defekte Ölquelle im Golf von Mexiko mit Schlamm vorläufig abgedichtet hat, konnte nun die zweite Stufe der Operation „Static Kill“ erfolgreich abgeschlossen werden. Nun soll das Ölloch dauerhaft geschlossen werden.

Unterwasser-Roboter sollen Zement in das Bohrloch leiten, um die Quelle abzudichten. Quelle: dpa
Unterwasser-Roboter sollen Zement in das Bohrloch leiten, um die Quelle abzudichten. Quelle: dpa

HB NEW ORLEANS/WASHINGTON. Der britische Mineralölkonzern BP hat die Zementierung des Bohrlochs im Golf vom Mexiko am Donnerstagabend abgeschlossen. Wie das Unternehmen in einer E-Mail an die Medien mitteilte, werde das Bohrloch beobachtet, um die Wirksamkeit der als „Static Kill“ bezeichneten Operation zu bestätigen. Das Verschließen des Bohrlochs in 1500 Meter Tiefe mit Zement sei ein erster Schritt zur dauerhaften Abdichtung des Lecks.

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Nun soll der nächste Schritt folgen: der „Bottom Kill“. Über einen Nebenzugang soll das Bohrloch dann mit Schlamm und Zement zusätzlich von unten abgedichtet werden. Dazu wird der 5,5 Kilometer lange Kanal benötigt, den BP seit drei Monaten in den Meeresboden bohrt. Je nach den Wetterbedingungen könne es schätzungsweise Mitte August werden, bis die Entlastungsbohrung erfolgreich ist, schreibt BP.

BP hatte am Dienstagabend mehr als 300 Tonnen Schlamm in das Steigrohr gepumpt und damit das unter Hochdruck aufsteigende Öl in sein Reservoir weit unten im Meeresboden zurückgedrängt. Darauf gab die US-Regierung dem britischen Konzern grünes Licht für die Abdichtung mit Zement. Er wird wie der Schlamm von oben in das rund vier Kilometer lange Steigrohr geleitet.

Dieser zweite Teil der Versiegelung soll verhindern, dass sich das gestoppte Öl wieder lösen und nach oben steigen kann. Die Aktion ist nach US-Regierungsangaben nur möglich, weil das Steigrohr intakt ist. „Basierend auf einer positiven Auswertung von Testresultaten habe ich BP erlaubt, die defekte Quelle zu zementieren“, teilte der von Präsident Barack Obama beauftragte Einsatzleiter Thad Allen mit. „Das ist nicht das Ende, aber es gibt uns die Sicherheit, dass kein weiteres Öl in die Umwelt gelangt“, sagte er.

Derweil hat ein Regierungsbericht über den aktuellen Stand der Ölpest heftige Diskussionen ausgelöst. Der Studie zufolge sind bereits drei Viertel des nach dem Unglück ausgeströmten Öls verschwunden. 33 Prozent seien von Einsatzkräften aufgesammelt oder vernichtet worden, weitere 41 Prozent seien verdunstet, aufgelöst oder zerfallen. „Viel davon basiert auf Modellen, Hochrechnungen und sehr großzügigen Annahmen“, kritisierte die Meereswissenschaftlerin Samantha Joye von der University of Georgia in der „New York Times“. Die Resultate würden einer wissenschaftlichen Analyse nicht standhalten.

„Es ist sehr schwer, überhaupt Öl an der Meeresoberfläche zu finden“, sagte dagegen Wells. „Aber ich will hervorheben, dass BP weiterhin engagiert bleibt, jegliche Verschmutzung zu beseitigen und die Golfküste wieder in ihren alten Zustand zu bringen.“ Laut Allen sollen die Schiffe zum Absaugen des Öls nun näher an der Küste eingesetzt werden.

Die US-Regierung wolle das Problem der Ölpest mit der Studie beschönigen, um das Thema von der politischen Agenda zu bekommen, bemängelten Umweltschützer. Schließlich zeigten die Daten im Umkehrschluss, dass noch mehr als 165 000 Tonnen Öl in der Natur seien - vier bis fünfmal so viel wie nach der Havarie der „Exxon Valdez“ 1989 vor der Küste Alaskas, sagte Greg Butcher, Direktor der auf die Rettung von Vögeln spezialisierten National Audubon Society. „Eine Sichtweise kann auch sein, dass immer noch 26 Prozent der weltgrößten Ölpest da draußen sind.“

Nach offiziellen Angaben waren nach dem Versinken der Bohrinsel am 22. April rund 660 000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. Mehr als 1 000 Kilometer Küste sind verseucht und 24 Prozent der Bundesgewässer für den Fischfang gesperrt. Insbesondere das sensible Marschland im Mississippi-Delta leide noch immer unter dem Öl, teilte die Naturschutzbehörde des Staates Louisiana mit.

Trotz der jüngsten Erfolge stehen BP und anderen Verantwortlichen harte Auseinandersetzungen über die Schuld an dem Ölunfall ins Haus. So berichtete die „New York Times“ (Donnerstag), dass die Firma Transocean, von der BP die Ölplattform geleast hatte, im April 2010 Sicherheitsbedenken bei mehreren ihrer Bohrinseln im Golf von Mexiko hatte. Zudem hätten Probleme mit dem Ballastsystem der Plattform zum Sinken beigetragen - danach war das Ölleck kaum mehr zu kontrollieren.

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