Doch die Umsetzung lässt auf sich warten. Zumindest Russland hat seine Hausaufgaben teilweise gemacht, denn ein erster Durchgang wurde im November 2012 freigegeben. Zudem verschärfte die Staatsduma in Moskau die Strafen für den Handel mit gewilderten Tigern.
„Das ist ein großer Erfolg für die Schutzbemühungen“, sagt Radday, der deutsche WWF-Referent für die Amur-Region. Dort, neun Flugstunden östlich von Moskau, leben die letzten etwa 450 russischen Exemplare. Fast hatte eine gnadenlose Jagd nach Trophäen in den vergangenen Jahrzehnten im Riesenreich zum Aussterben der Raubtiere geführt.
„Das Abholzen der Wälder in Russland und besonders in China muss aufhören, denn damit schrumpft der Lebensraum des Tigers“, sagt auch Maria Woronzowa, Leiterin des IFAW in Russland. China gilt als ein Schlüsselland beim Tigerschutz. Dort sind die Großkatzen zur Herstellung fragwürdiger medizinischer Präparate begehrt.
In einer „St. Petersburger Resolution“ beschlossen die 13 Länder, die Zahl der Großkatzen bis zum „Jahr des Tigers“ 2022 zu verdoppeln. Zudem sollen Wilderer und Schmuggler stärker bekämpft werden. Jedoch sind Schätzungen zufolge allein bis 2015 mindestens 350 Millionen US-Dollar (rund 270 Millionen Euro) nötig, um den Lebensraum auszuweiten - viel Geld für Tiger-Länder wie Bangladesch oder Nepal.
Ein märchenhafter Film-Welterfolg soll nun bei der Rettung helfen. „Mit dem Oscar-Preisträger "Life of Pi" werden wir verstärkt für den Herrscher der Taiga werben“, kündigt WWF-Mitarbeiter Sergej Kusnezow in Moskau an. Die Produktionsfirma des Streifens, in dem ein Tiger eine zentrale Rolle spielt, habe der Verwendung des Kassenschlagers für Spendenaktionen zugestimmt.