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Gletscherschwund: Kein Schnee am Kilimandscharo

Die Gletscher auf dem Kilimandscharo schwinden rapide. Nach neuen Messungen von US-Wissenschaftlern könnte die Eiskappe des Tropenvulkans in weniger als zwei Jahrzehnten verschwunden sein. Ob der Klimawandel daran Schuld trägt, ist allerdings umstritten.

Der Anblick des weißen Kilimandscharo-Gipfels könnte bald Vergangenheit sein. Quelle: dpa
Der Anblick des weißen Kilimandscharo-Gipfels könnte bald Vergangenheit sein. Quelle: dpa

HEIDELBERG. Ohne seine weiße Kappe ginge vom Kilimandscharo wohl kaum die Faszination aus, die Ernest Hemingway in seiner Kurzgeschichte „Schnee auf dem Kilimandscharo“ beschwor. Doch lange dürfte es die weiße Kappe vermutlich nicht mehr geben, meinen Lonnie Thompson vom Byrd Polar Research Center in Ohio und seine Kollegen.

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Die Forscher haben anhand von Luftbildaufnahmen und Messungen am Boden Ausdehnung und Dicke der drei noch verbliebenen Eisfelder bestimmt. Die Werte verglichen sie mit früheren Angaben, die bis zum Jahr 1912 zurückreichen, als Walter Furtwängler und Siegfried König erstmals vom Gipfel mit Skiern abgefahren waren.

Demnach schrumpfte die vom Eis bedeckte Fläche seither um 85 Prozent - mehr als zehn Quadratkilometer. Allein zwischen 2000 bis 2007 ging sie um mehr als ein Viertel zurück. Auch die Dicke der Eisdecken nahm deutlich ab: Am Furtwängler-Gletscher nahe der Spitze des Kilimandscharo halbierte sie sich in den neun Jahren seit der Jahrtausendwende.

Wenn die gegenwärtigen Bedingungen andauern, wird das Eis - so die Berechnungen der Forscher - zwischen 2022 und 2033 vollständig verschwunden sein. Inwieweit der Klimawandel die Schuld daran trägt, ist freilich umstritten.

Am Gipfel des Kilimandscharo schwankt die Temperatur im Jahresverlauf kaum und liegt fast durchweg unter dem Gefrierpunkt. Daher ist der Rückgang der Eisfläche nicht direkt auf die Erderwärmung zurückzuführen, sondern auf trockenere Bedingungen, die das Eis schneller sublimieren lassen und weniger Neuschnee bringen.

Auch diese könnten freilich indirekt die Folge des vom Menschen verstärkten Treibhauseffekts sein. Andere Theorien machen die Abholzung der Bergwälder unterhalb des Gipfels für den Rückgang der Niederschläge verantwortlich.

Quelle: Spektrum.de
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