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Grüne Wüste: Wie Israel sein Wasser verschwendet und kaum dazu lernt

Israel hat viele Probleme, eines davon ist das Wasser. Während in den Palästinensergebieten chronischer Wassermangel herrscht, gehen die Israelis verschwenderisch mit der lebenswichtigen Ressource um. Die Politik traut sich nicht, die Wasserpreise zu regulieren, und die Entsalzung von Mittelmeerwasser ist umstritten.

Ein Missverhältnis: Die Hälfte des israelischen Wasserverbauchs fließt in die Landwirtschaft, die aber nur ein Prozent des Bruttosozialprodukts ausmacht. Bild: Reuters Quelle: Reuters
Ein Missverhältnis: Die Hälfte des israelischen Wasserverbauchs fließt in die Landwirtschaft, die aber nur ein Prozent des Bruttosozialprodukts ausmacht. Bild: Reuters Quelle: Reuters

HB TEL AVIV. „Das hier ist der Jordan“, sagt Gidon Bromberg. Er zeigt auf das Rinnsal in der Mitte des grünen Tals im Nordosten Israels. „Also das, was davon übrig ist“, fügt der Direktor der Umweltschutzorganisation Friends of the Earth im Nahen Osten hinzu. Viel ist nicht zu sehen. Wie die meisten Gewässer Israels hat der Fluss Tiefststand. Denn obwohl Israel gerade einen der feuchtesten Winter der vergangenen 20 Jahre erlebte, hat das Land nach wie vor ein massives Wasserproblem.

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Das Gebiet an der Grenze zu Jordanien ist nur eines von vielen, wo der konstante Wassermangel augenfällig wird. Knapp siebeneinhalb Millionen Menschen leben in Israel von drei Wasserquellen - zwei unterhalb der Mittelmeerküste und der Berge. Die dritte Quelle ist der See Genezareth. „Die Situation aller Quellen ist sehr schlecht, weil sie über Jahre überpumpt wurden“, sagt Uri Shor, Sprecher der Wasserbehörde. Die Gefahr einer Wasserknappheit ist altbekannt. Seit den 1980er Jahren warnt der Hydrologische Service, der den Stand der Wasserquellen misst, zu viel abzupumpen.

„Die dramatische Situation hat langfristige Ursachen“, sagt Umweltaktivist Bromberg. „Ein Hauptproblem ist das Bevölkerungswachstum.“ Während Haushalte und Gemeinden in den 60er Jahren noch 200 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht hatten, komme dieser Sektor 2010 auf fast 700 Millionen Kubikmeter.

Weitere Faktoren sind nach den Worten Brombergs verringerte Niederschläge und der hohe Verbrauch der Landwirtschaft. „50 Prozent des Wassers fließen in den Sektor, der nur ein Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht. Das ist erschreckend“, sagt Bromberg. Jedoch genieße die Landwirtschaft große politische Unterstützung. Sie werde als elementarer Entwicklungsfaktor des Staates gesehen. „Es ist Teil des zionistischen Traums, sich die Hände schmutzig zu machen“, sagt er.

In den Palästinensergebieten herrscht immer chronischer Wassermangel. Jeder Palästinenser muss im Durchschnitt mit einem Viertel dessen auskommen, was der Nachbar in Israel oder in den Siedlungen konsumiert. Die Weltbank macht in einem Bericht dafür sowohl das Missmanagement der Palästinensischen Autonomiebehörde als auch die Restriktionen Israels verantwortlich. Dazu gehören sowohl die Kontrolle von Wasserquellen als auch eingeschränkte Bewegungsfreiheit für jene Palästinenser im Westjordanland, die in Gegenden wohnen, die entweder ganz oder teilweise von Israel kontrolliert werden.

  • 07.02.2011, 05:09 UhrAnonymer Benutzer: nosmoky

    Wasserherkunft: Weshalb wird Mittelmeerwasser nicht entsalzt?Das in TR gegen Waffen eingetauschte Wasser wird nicht erwähnt.

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