Umwelt-News

_

Insektenbefall: Palma ohne Palmen

Die Einwohner der Ferieninsel Mallorca haben einen gemeinsamen Feind: Er ist drei Zentimeter groß und richtet an den Palmen auf der Ferieninsel große Verheerungen an. 95 Prozent aller Bäume sind schon befallen.

95 Prozent aller Kanarischen Dattelpalmen sind von dem Schädling befallen. Quelle: dpa
95 Prozent aller Kanarischen Dattelpalmen sind von dem Schädling befallen. Quelle: dpa

Palma de MallorcaEin gefährlicher Schädling bedroht die Palmenbestände auf der Ferieninsel Mallorca. Der kaum drei Zentimeter große Palmrüssler (Rhynchophorus ferrugineus) setzt den Bäumen massiv zu. Besonders die Kanarischen Dattelpalmen (Phoenix canariensis) sind befallen.  Nach Schätzungen des Umweltamtes der Balearen sind auf der Insel durch den Käfer rund 95 Prozent dieser beliebten Zierbäume mit den langen und schlanken Stämmen krank. Die Bewohner der Ferieninsel fürchten um ihr Symbol.

Anzeige

Die Palmen wachsen in vielen Patios und auf Plazas, stehen in langen Reihen an Palmas Strandpromenade oder schmücken den Boulevard vor der Alten Fischhandelsbörse, wo im Advent Lichterketten die Nacht erhellen. Die Araber hatten die ersten Exemplare der Dattelpalme vor mehr als 1000 Jahren auf die Insel gebracht. Für sie waren die Bäume ein Zeichen von Wohlstand und Gastfreundschaft. Noch heute sind die eleganten Gewächse der ganze Stolz der Insulaner und das Sinnbild der Ferieninsel.

Rote Liste Diese Arten sind vom Aussterben bedroht

  • Rote Liste: Diese Arten sind vom Aussterben bedroht
  • Rote Liste: Diese Arten sind vom Aussterben bedroht
  • Rote Liste: Diese Arten sind vom Aussterben bedroht
  • Rote Liste: Diese Arten sind vom Aussterben bedroht

Im Jahr 2006 wurde der Schädling, der eigentlich in Asien beheimatet ist, in kranken Palmen aus Marokko nach Spanien eingeschleppt. Mittlerweile sind auf Mallorca alle Palmenarten betroffen, außer der einheimischen, niedrig wachsenden Zwergpalme (Chamaerops humilis). Jedes Jahr kommen rund 300 neue Fälle dazu. Der Stadtrat von Palma ist sich uneins darüber, wie die Wahrzeichen und Namensgeber der Stadt am besten zu schützen sind.

Artenschutz

Viele Mittel wurden schon erprobt: chemische Insektizide, biologische Lösungen und mikroskopisch kleine Parasiten, die Käfer und Eier von innen fressen. Doch meistens blieb als letzte Maßnahme nur noch das Fällen. Mehr als 1 000 Palmen mussten auf der Insel bereits weichen.

  • 17.12.2012, 20:12 UhrFehrmann

    Was Sie da schreiben ist nichts Neues!

    Nicht nur von Marokko kam dieses bis zu 5cm großes Insekt, sondern ganz normal über den Kontinent. Die Probleme sind z.B. in Bulgarien dieselben wie hier in Portugal. Die geht schon mehr als 20 Jahre so.

    Kein Rezept hat bisher geholfen. Wir haben im Garten mehr als 70 Palmen des befallenen Typs Phoenix und immer wieder geht eine kaputt.

  • 17.12.2012, 15:43 UhrLeichnam

    Der EURO hat Eier gelegt...

  • Die aktuellen Top-Themen
Datensicherheit: Keine Nacktfotos sind auch keine Lösung

Keine Nacktfotos sind auch keine Lösung

Wer ist schuld, wenn Kriminelle in den Cloud-Speicher einbrechen und die dort abgelegten Fotos später verbreiten? Wer nur auf die Opfer zeigt, der macht es sich viel zu einfach.

Viel Kommerz, wenig Forschung: Kalte Dusche für Leichtgläubige

Kalte Dusche für Leichtgläubige

Dank der „Ice Bucket Challenge“ hat die ALS-Stiftung mehr als 100 Millionen eingenommen. Davon geht einiges an die Führungskräfte. Der Versuch, die Markenrechte an der „Challenge“ zu sichern, sorgt endgültig für Unmut.