Umwelt-News

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Klimaforschung: Städte machen Europas Winter kühler

Eigentlich gelten Städte als Wärmeinseln im Vergleich mit der sie umgebenden Landschaft. Und doch haben die Metropolen offenbar auch kühlende Effekte, zumindest in unseren Breiten.

Thermogramm eines Wohnhauses. Städte gelten als Wärmeinseln, die Abwärme von Heizungen, Autos, Maschinen und Kraftwerken heizt sie auf. Quelle: dpa
Thermogramm eines Wohnhauses. Städte gelten als Wärmeinseln, die Abwärme von Heizungen, Autos, Maschinen und Kraftwerken heizt sie auf. Quelle: dpa

HeidelbergStädte sind Wärmeinseln. Doch nicht nur die Umwandlung der Sonnenstrahlung in Wärme auf dunklen Flächen erhöht ihre Temperaturen im Vergleich mit dem Umland: Auch die Abwärme von Autos, Maschinen und Kraftwerken heizt sie auf. Und diese Hitze hat weit reichende Folgen, wie Guang Zhang von der Scripps Institution of Oceanography in San Diego und seine Kollegen entdeckt haben.

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Die so entstandene Wärme beeinflusst die Ausbildung von Strahlströmen – der Jetstreams – in der Atmosphäre. Dadurch sorgt sie dafür, dass die Winter in Teilen Nordamerikas und Nordasiens wärmer, in Nordeuropa hingegen kühler ausfallen.

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Im weltweiten Vergleich spielt diese Abwärme keine besondere Rolle: Sie erhöht die Durchschnittstemperaturen nur um 0,01 Grad Celsius, denn sie macht überhaupt nur 0,03 Prozent der gesamten Wärme aus, die Wind und Ozeanströmungen global transportieren. Doch regional wirkt sie sich stark auf den Wärmehaushalt aus, wie die Berechnungen der Meteorologen zeigen – vor allem in Gebieten, die nördlich der Bevölkerungszentren der mittleren Breiten liegen.

Klimawandel

Um bis zu 0,8 Grad Celsius kann diese Abwärme die winterlichen Temperaturen in Südkanada, Russland und im nördlichen Ostasien steigern. Gleichzeitig sorgt die Verlagerung der Strahlströme dafür, dass sich Nordskandinavien um ein Grad Celsius zusätzlich abkühlt.

  • 29.01.2013, 16:18 Uhrwhoknows

    Aha, die Abwärme der Städte sind Schuld an Veränderungen des Jetstreams.

    Jetstreams bilden sich an den Grenzen globaler atmosphärischer Zirkulationszellen wie zB. der Polar- und der Ferrel-Zelle. Das kommt mir doch recht weit hergeholt vor. Seen, Felder oder Wälder dürften insgesamt einen ähnlich großen Einfluß haben.

    Ich würde eher langfristige Oszillationen des Klimas, wie zB der NAO, der North Atlantic Oscillation vermuten.

    Siehe auch: http://www.srh.noaa.gov/jetstream/global/jet.htm

  • 30.01.2013, 07:12 UhrW.Fischer

    Städte machen Europas Winter kühler, für welchen Industriezweig wurde diese Studie angefertigt?
    Nun also die Städte, gehen den Öko-Aktivisten die Argumente aus?
    Oder suchen sie nach neuen abgreif Möglichkeiten, um dem Bürger weiter Geld aus der Tasche zu ziehen?
    Immer vorsichtig sein, wenn solche Studien erscheinen, und wenn sie aus den USA kommen doppelt vorsichtig sein.

  • 30.01.2013, 08:07 UhrHofmannM

    Sollen wir jetzt die Städte abreissen, damit das Erwärmungsziel von 2 Grad über irgendeinen Durchschnittswert doch noch erreicht werden? Oder sollen wir mehr Städte bauen, damit wir dadurch die bedrohliche Erderwärmung aufhalten?
    Diese Klimaforscher vom deutschen PIK werden immer schizophrener. Am besten liefert man diese Scharlatane von Abzockern, Lügner und Betrüger gleich mal in die Geschlossene ein!

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