Umwelt-News

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Klimawandel: Firn bremst Anstieg des Meeresspiegels

Grönlands Eispanzer taute in den letzten Jahren stark ab. Doch nur ein Teil des Schmelzwassers gelangte ins Meer und ließ den Pegelstand ansteigen. Der Rest wurde von einem mächtigen Zwischenspeicher aufgefangen.

Grönlands Eispanzer schmilzt. Doch nur ein Teil des Schmelzwassers gelangt direkt ins Meer. Quelle: ap
Grönlands Eispanzer schmilzt. Doch nur ein Teil des Schmelzwassers gelangt direkt ins Meer. Quelle: ap

HeidelbergSeit etwas mehr als 30 Jahren – dem Beginn moderner Satellitenüberwachung – weitet sich das Volumen und die Flächenausdehnung der grönländischen Gletscherschmelze nahezu kontinuierlich aus: In immer kürzeren Abständen werden alte Rekordwerte gebrochen, zuletzt im Lauf der letzten Monate. Und das Tauwetter beeinflusst mittlerweile fast das gesamte Eisschild der größten Insel der Erde.

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Doch nur ein Teil des Schmelzwassers fließt ins Meer und sorgt für einen Anstieg der Pegelstände. Größere Mengen verschwinden hingegen auch in einem bislang kaum beachteten Speicher, den Forscher um Joel Harper von der University of Montana in Missoula nun erstmals quantifiziert haben: im Firn, der auf dem eigentlich Eis der Gletscher liegt.

Polarstern-Expedition Kaum noch altes Eis am Nordpol

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Der Firn besteht aus vorjährigem Schnee, der durch mehrmaliges Tauen und erneutes Gefrieren nicht mehr die feine Kristallstruktur von Schnee aufweist, aber noch nicht so kompakt ist wie Eis. Stattdessen setzt sich der Firn aus größeren, graupelartigen Körnern zusammen und bildet Schichten, die mehrere dutzend Meter mächtig sein können und noch ein entsprechend großes Porenvolumen besitzen.

Klimawandel

Während der sommerlichen Tauperiode versickert darin Schmelzwasser: Manches davon fließt anschließend durch Spalten und Risse im Gletscher bis zum Grund und wirkt dort als Gleitmittel, das die Bewegung des Eiskörpers beschleunigt, ein anderer Teil strömt direkt durch Schmelzwasserröhren an die Küste. Beträchtliche Mengen werden aber nach den Erkenntnissen von Harper und Co auch im Firn gespeichert, wo es im nächsten Winter zu neuem Eis gefriert.

  • 12.11.2012, 09:31 Uhrmerxdunix

    Was mich bei der ganzen Diskussion um die Erderwärmung wundert, dass im Wesentlichen nur der Treibhauseffekt durch den Kohlendioxidausstoß der Verbrennungsprozesse als Verursacher ausgemacht wird. Dabei haben wir mit der thermischen Stromerzeugung, also auch mit der Atomkraft, ein so gigantisches Abwärmeaufkommen, dass allein dessen Auswirkungen auf den Wärmehaushalt der Erde den beobachteten Temperaturanstieg und dessen Folgen begründen können. Der Ausbau der Atomenergie, wie er von einigen Ländern zur Minderung ihres CO2-Ausstoßes geplant ist, wird das Problem eher noch verschärfen, da die AKW noch ineffizienter sind, als moderne Kohlekraftwerke und oft so weit entfernt von Siedlungen errichtet werden, dass deren Abwärme nicht genutzt werden kann. Leider scheint das Problem aber aus dem Blickpunkt der Wissenschaft gerückt zu sein, denn es wird kaum eine öffentliche Diskussion dazu geführt. Der Handel mit CO2-Emmissionsrechten wird dagegen rege debattiert. Zielführender wäre es daher, wenn man jegliche Form von Wärmeerzeugung besteuert, so dass deren Einsparung und effizientere Nutzung gefördert wird.
    Wer rund um die Uhr heizt, darf sich eben nicht wundern, wenn es warm wird.

  • 12.11.2012, 08:43 Uhrrenoa

    renoa
    Der Artikel ist mir aus physikalischen Gründen unverständlich. Der Firn liegt auf dem Eis und ist an den höchsten Stellen am dicksten. Wie kann das Schmelzwasser aus dem Eis in den Firn gelangen? Es muss also den Berg hinauffließen. Außerdem ist die Abschmelzrate in niederen Regionen und in Küstennähe am größten. Dort gibt es aber keinen Firn mehr. Die Logik des Artikls scheint mir sehr dubios.

  • 12.11.2012, 03:35 UhrPoldi 0824

    Die eigentliche Gefahr der neuen Erkenntnisse ist viel defizieler und wird hier gar nicht angesprochen.

    Sollte das Süßwasser Grönlands nicht langsam und kontinuierlich in den Atlantik fließen, sondern plötlich große Mengen Süßwasser einfließen, ist die Gefahr eines Stillstands des Golfstromes extrem hoch.
    Das Süßw. würde auf Grund seines geringeren spez. Gewichts verhindern, daß der Golfstrom bei Grönland abtauchen kann. Der Kreislauf ist unterbrochen und der Golfstrom kommt zum Stillstand. Zu den Folgen gehört eine neue Eiszeit und somit eine Unbewohnbarkeit von Nordeuropa. Eine solche Katastrophe hat vor langer Zeit stattgefunden, als sich abgetautes Gletscherwasser in Kanada in den Atlantik ergoß.
    Diese Gedankenspiele 'Was passiert wenn' sind nicht meinem Gehirn entsprungen.
    Aber gut nachvollziehbar.

    Ach ja noch was. Vor ca. 3 Jahren gab es eine kleine unscheinbare Meldung:
    Wissenschaftler haben festgestellt, daß der Golfstrom sich langsammer bewegt.

    Trotzdem einen nichr zu kalten, schönen Tag noch.

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