Umwelt-News

_

Klimawandel: Schneefall verstärkt antarktischen Eisverlust

Keine Rettung von oben: Im Zuge der Erderwärmung schneit es zwar häufiger in der Antarktis. Die weiße Pracht bremst den Eisverlust aber nicht wie erhofft ab – und damit auch nicht den globalen Meeresspiegelanstieg.

Ricarda Winkelmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung leitete die Untersuchung.  Im Hintergrund der Forschungseisbrecher "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Quelle: dpa
Ricarda Winkelmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung leitete die Untersuchung. Im Hintergrund der Forschungseisbrecher "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Quelle: dpa

PotsdamStärkerer Schneefall kann zu mehr Eisverlust in der Antarktis führen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK). Durch den Schnee werde der Eisfluss in Richtung Küste erhöht, schreiben die Forscher um Ricarda Winkelmann im Fachblatt „Nature“. Die Ergebnisse basieren auf einem Eismodell, dessen Entwicklung mit Hilfe von Computersimulationen bis ins Jahr 2500 verfolgt wurde.

Anzeige

Der Mechanismus hinter dem Befund: Die sich auftürmenden Neuschneemassen sind schwer und üben auf das darunter liegende Eis Druck auf. Weil der zusätzliche Schnee das auf dem Boden der Antarktis aufliegende Eis stärker erhöht als die schwimmenden Eisschelfe am Rande des Kontinents, fließt das Eis schneller in Richtung Küste, wo es abbricht – und dadurch zum Anstieg des Meeresspiegels beiträgt.

Polarstern-Expedition Kaum noch altes Eis am Nordpol

  • Polarstern-Expedition: Kaum noch altes Eis am Nordpol
  • Polarstern-Expedition: Kaum noch altes Eis am Nordpol
  • Polarstern-Expedition: Kaum noch altes Eis am Nordpol
  • Polarstern-Expedition: Kaum noch altes Eis am Nordpol

In den vergangenen beiden Jahrzehnten habe die Antarktis auf diese Weise bereits merklich an Eismasse verloren, schreiben die Wissenschaftler. „Der durch den Schneefall hervorgerufene Eisverlust ist in den untersuchten Klimaszenarien sogar größer als der nur durch Erwärmung“, so Winkelmann.

Polarforschung Das antarktische Paradox

Während das Meereis am Nordpol unter dem Einfluss der globalen Erwärmung rapide schmilzt, dehnt sich die Eisdecke um die Antarktis sogar aus. Langsam kommen Forscher hinter das Rätsel dieses ungewöhnlichen Zuwachses.

Mit der Studie wird auch die durch einige Klimamodelle geweckte Hoffnung getrübt, vermehrter Schneefall könne zum Anwachsen des antarktischen Eispanzers führen. Durch die globale Erwärmung gibt es nämlich mehr Niederschlag , weil warme Luft mehr Feuchtigkeit halten kann.

Polarforschung

Die nun veröffentlichte Untersuchung zeigt jedoch Gegenteiliges. „Schneefall und Eisverlust gehören zusammen“, betont Winkelmann. So gehen etwa 30 bis 65 Prozent des Volumenzuwachses durch den Schnee aufgrund des in der Studie beschriebenen Effekts wieder verloren.

Mehr Schnee in der Antarktis könne den Anstieg des Meeresspiegels nicht verhindern, so die Forscherin. „Das ist sehr beunruhigend.“

 

  • 13.12.2012, 11:46 Uhradolar

    "So gehen etwa 30 bis 65 Prozent des Volumenzuwachses durch den Schnee aufgrund des in der Studie beschriebenen Effekts wieder verloren." Wie passt das zum Tenor des Artikels? Was ist mit den 35 - 70 Prozent, die nicht verloren gehen? Die bleiben wohl doch in der Antarktis - oder?

  • 13.12.2012, 11:50 Uhrhafnersp

    Liebe Redaktion,
    solche Artikel (in der Logik von: "wir mußten das vietnamesische Dorf zerstören um es zu retten") sind absolut unnötig. Die Bevölkerung ist schon ausreichend gehirngewaschen, wie man an der folgenden Episode sehen kann, die ich in einem Blog (Leserbeitrag) gefunden haben:

    An einer Tankstelle in Deutschland:
    Die Kassiererin sagte zu mir "Mensch, ist das heute aber
    kalt". Ich daraufhin "ja, soviel zum Thema Klimaerwärmung"
    darauf sie "ja genau, dass es jetzt so kalt ist, liegt sicherlich an der Klimaerwärmung".
    Ich habe dann nochmal nachgehackt, ob sie das ironisch meinte; aber nein, das war ihr ernst. das muss man sich mal vorstellen! Es ist also im Winter so kalt, weil wir eine Klimaerwärmung haben?? Da wundert mich gar nichts mehr.

    Der Leser meint weiter:
    ... Eines Tages werden solche Menschen vor der geschlossenen Bank stehen und den Euro loben, weil alles Ersparte weg ist.

    Spiegel aus dem Jahr 2000:
    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/winter-ade-nie-wieder-schnee-a-71456.html

    Auszug: "Nie wieder Schnee?
    In Deutschland gehören klirrend kalte Winter der Vergangenheit an: "Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor zwanzig Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben", sagt der Wissenschaftler Mojib Latif vom Hamburger Max-Planck-Institut für Meteorologie."
    ....

    Irgendwie hat der Latif damals noch nicht verstanden, daß Schnee und Kälte ein Zeichen für die Klima-Erwärmung ist!

  • 13.12.2012, 11:53 Uhrtsabo

    Na ja die PIK ist doch ein vom Staat subvensioniertes Institut und dass muss in regelmäßigen Abstände solche Mitteilungen verbreiten um die Angst hier in Deutschland am Leben zu erhalten.
    Wie sonst könnte man den Menschen solch unverhältnismäßige Gesetze aufbürden...
    Leider äußert sich bis heute keiner zu den gefäschten Daten die durch e-mails im Weltklimarat verbreitet wurden...
    Wer soll denen noch was glauben...

  • Die aktuellen Top-Themen
Bilder der Woche: Roboter, Kometenjäger und eine spät erkannte Tragödie

Roboter, Kometenjäger und eine spät erkannte Tragödie

Alljährlich wählt das Magazin Science die zehn wichtigsten Forschungsdurchbrüche des Jahres. Doch diesmal kürten die Redakteure nicht nur wissenschaftliche Erfolge, sie prangerten auch das Versagen des Jahres an.

Neues Smartphone „Classic“: Blackberry bleibt sich treu

Blackberry bleibt sich treu

Alle anderen Smartphone-Produzenten setzen auf Megadisplays, Blackberry dagegen bringt mit dem neuen Modell „Classic“ eher auf Tradition und bringt einen Designklassiker in die Läden. Was kann das Gerät?