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Living Planet Report 2008: „Wir brauchen einen zweiten Planeten“

Der WWF hat seinen Living Planet Report 2008 vorgestellt, eine der wichtigsten Studien über den allgemeinen Zustand der Erde. Fazit: Wenn unsere Anforderungen an die Erde so weiter wachsen, brauchten wir spätestens in den 2030er Jahren eine zweite Erde.

Es wird eng auf dem Planeten: Die Menschheit verbraucht die weltweiten Ressourcen zunehmend schneller, als sie erneuert werden können. Foto: dpa Quelle: dpa
Es wird eng auf dem Planeten: Die Menschheit verbraucht die weltweiten Ressourcen zunehmend schneller, als sie erneuert werden können. Foto: dpa Quelle: dpa

BERLIN. Der beängstigende Raubbau an der Erde beschleunigt sich. Der ökologische Zustand hat sich weltweit in den vergangenen zwei Jahren noch einmal dramatisch verschlechtert, wie der neue „Living Planet Report 2008“ der Naturschutzorganisation WWF belegt. „Wenn unsere Anforderungen an unsere Erde so weiter wachsen, bräuchten wir in den 2030er Jahren zwei Planeten, um unseren Lebensstil zu halten“, sagte WWF-Generaldirektor James Leape.

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Der WWF-Report gilt als eine der bedeutendsten Studien über den allgemeinen Zustand der Erde. Ihm liegen zwei Parameter zugrunde, die den weltweiten Artenreichtum und den menschlichen Konsum widerspiegeln. Zu letzterem, also dem „Fußabdruck“ des Menschen in der Natur, stellt der Report fest, dass die Menschheit die weltweiten Ressourcen immer schneller aufbraucht, als sie erneuert werden können.

Die Entwaldung, der Klimawandel sowie Umweltverschmutzung und Überfischung bedrohen immer mehr Arten und verknappen die Wasserreserven. Zudem drohen der Studie zufolge verheerende ökonomische Konsequenzen, weil Naturkatastrophen zunehmen und die Preise für Nahrungsmittel und Rohstoffe zu explodieren drohen.

„Wir übersteigen mit unserem Konsum die vorhandenen Möglichkeiten um ein Drittel“, sagte WWF-Naturschutzdirektor Christoph Heinrich. „Die ökologische Krise wird uns um ein Vielfaches härter treffen als die aktuelle Finanzkrise - und früher oder später das Wohlergehen und die Entwicklung aller Nationen gefährden.“

Den pro Kopf größten Verbrauch natürlicher Ressourcen stellte der WWF in den USA und Australien fest, gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Dänemark. Am geringsten sei er in Bangladesch, Kongo, Haiti und Afghanistan.

In Europa blieben nur Länder außerhalb der Europäischen Union im Rahmen dessen, was sich an Ressourcen erneuern kann. Deutschland nimmt im internationalen Vergleich seines „Fußabdrucks“ Rang 30 ein. Damit liegt es vergleichsweise gut und hinter Großbritannien, Frankreich und Österreich, aber deutlich über dem globalen Mittelwert.

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