Umwelt-News

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Meeresforschung: Arktische Tiefsee wird zur Müllkippe

Lange galt die arktische Tiefsee als ein vom Menschen nahezu unberührter Lebensraum. Doch jetzt sind Forscher am Meeresgrund auf unerwünschte Zeugnisse unserer Wohlstandsgesellschaft gestoßen.

Grafische Darstellung des Kamerasystems, mit dem die Forscher den Tiefseeboden erkundeten. Quelle: Normen Lochthofen, Alfred-Wegener-Institut
Grafische Darstellung des Kamerasystems, mit dem die Forscher den Tiefseeboden erkundeten. Quelle: Normen Lochthofen, Alfred-Wegener-Institut

DüsseldorfSelbst eine der unzugänglichsten Meeresregionen, die Tiefsee der Arktis, wird vom Wohlstandsmüll in Mitleidenschaft gezogen. Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI) haben mit Hilfe spezieller Unterwasser-Fotos eine deutliche Zunahme von Plastikmüll auf dem Meeresboden in der arktischen Tiefsee nachgewiesen.

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„Der Arktische Ozean und vor allem seine Tiefseegebiete galten lange Zeit als entlegene, nahezu unberührte Regionen der Erde“, schreiben die Wissenschaftler. Gerade vor diesem Hintergrund sei der beobachtete Anstieg bedenklich.

Census of Marine Life Exoten der Tiefe

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Für die Studie untersuchte  AWI-Forscherin Melanie Bergmann rund 2100 Fotoaufnahmen vom Meeresboden am sogenannten „Hausgarten“, dem Tiefsee-Observatorium des AWI in der östlichen Framstraße zwischen Grönland und der norwegischen Insel Spitzbergen. Dort schwebt in einer Wassertiefe von 2500 Metern ein Kamera-System etwa 1,5 Meter über dem Meeresgrund und macht etwa alle 30 Sekunden eine Aufnahme vom Boden unter sich. Seine Aufnahmen dienen den Tiefseebiologen vor allem dazu, Veränderungen in der Artenvielfalt von größeren Tiefseebewohnern wie Fischen, Seegurken, Seelilien und Garnelen zu dokumentieren.

Meeresforschung

Bergmann verglich die Aufnahmen aus 2011 mit Bildern aus den Jahren 2002, 2004, 2007 und 2008 – und kam zu einem eindeutigen Ergebnis: „Bei den Aufnahmen aus dem Jahr 2002 finden sich auf rund einem Prozent der Fotos Müllreste, in erster Linie Plastik. Bei den Bildern aus dem Jahr 2011 machten wir dieselbe Entdeckung auf rund zwei Prozent der Fotos. Die Müllmenge am Meeresgrund hat sich also verdoppelt.“

  • 24.10.2012, 01:01 Uhroriginal_not_me

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 22.10.2012, 17:04 Uhratinak

    Herzlichen Dank für diesen schockierenden Bericht. Der Mensch unterlässt doch nichts, um die eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören. Wenn Putin jetzt, dem jede Form von Umweltschutzauflagen von Herzen schnuppe ist, noch kräftig in der Arktis nach Öl bohrt, wo austretendes Öl ebenfalls kaum zersetzt wird, ist die restlose Verseuchung auch der Arktis nur noch eine Frage der Zeit. Eine Menschheit, die sich derart über die Natur erhebt und sie in der irren Hoffnung auf die Beherrschbarkeit der menschengemachten Katastrophen in immer rasanterem Tempo ausradiert und derart grausam und skrupellos mit Mitgeschöpfen umgeht, nur weil sich diese nicht wehren können, hat ein Überleben allerdings auch nicht verdient.

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