Umwelt-News

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Mörderische Haustiger: Katzen gefährden die Artenvielfalt

Mögen Katzen auf dem heimischen Sofa noch so friedlich schnurren, im Garten gehen sie rücksichtslos auf Jagd und gefährden so die Artenvielfalt: Laut einer Studie fallen ihnen jedes Jahr Milliarden Wildtiere zum Opfer.

Als Jäger zu erfolgreich: Katzen töten Jahr für Jahr Milliarden Wildtiere - darunter viele Vertreter gefährdeter Arten. Quelle: dpa
Als Jäger zu erfolgreich: Katzen töten Jahr für Jahr Milliarden Wildtiere - darunter viele Vertreter gefährdeter Arten. Quelle: dpa

HeidelbergDas Bild vom harmlosen Stubentiger oder Streuner, der nur gelegentlich eine Maus oder einen unvorsichtigen Spatz erbeutet, sich aber ansonsten an die Fleischtöpfchen seines Herrchens hält, muss wohl gründlich revidiert werden: Laut einer neuen Metastudie verursachen frei herumlaufende sowie verwilderte Hauskatzen massive Verluste unter einheimischen Wildtieren.

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Bis zu 3,7 Milliarden Vögel und 20,7 Milliarden Säugetiere sterben jährlich in den USA durch Klauen und Zähne der Katzen, kalkulieren Scott Loss und seine Kollegen vom Smithsonian Conservation Biology Institute in Washington. Die Forscher werteten Dutzende Studien zum Thema aus den unterschiedlichsten Regionen der USA und Europas aus.

Rote Liste Diese Arten sind vom Aussterben bedroht

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Betroffen sind nicht nur Hausmäuse oder Ratten, deren Bekämpfung durch Katzen wohl durchaus begrüßt werden dürfte: Unter den Opfern fanden die Biologen auch zahlreiche geschützte Arten wie Rubinkehlkolibris oder Hüttenlaubsänger, dazu Eichhörnchen, Hasenartige, Spitzmäuse und kleinere Raubtiere, die größenmäßig Katzen unterlegen sind. Dazu kommen mehrere hundert Millionen Reptilien und Amphibien, die ebenfalls von Katzen erbeutet werden.

Artenschutz

Damit sind die durch Katzen verursachten Wildtier-Verluste höher als die durch Jagd, unabsichtliches Vergiften oder Kollisionen an Freileitungen, Glaswänden, Fahrzeugen und Gebäuden. Die neuen Zahlen sind zudem weitaus höher als frühere Untersuchungen nahelegen, die bislang allenfalls von mehreren hundert Millionen Opfern ausgegangen sind.

  • 30.01.2013, 10:18 UhrWewe

    Schicken Sie uns bitte einige Katzen hierher (nahe Rom), denn die italienischen Katzen ind richtige Hosenscheißer: Sobald unser nachbar seinen 2 Katzen Futter in den Freßnapf auf dem Balkon gegeben hat stürzen sich etwa 50 Tauben auf das Futter, die katzen suchen sofort das Weite!

  • 30.01.2013, 10:28 Uhredwina

    "Laut einer (italienischen) Studie fallen ihnen (den Katzen) jedes Jahr Milliarden Wildtiere zum Opfer." So so ... Die Überschrift muß heißen: Laut einer Studie fallen jedes Jahr 500.000 Wildvögel (Rotkehlchen, Heckenbraunellen etc) den Italienern zum Opfer und landen im Kochtopf.
    http://www.komitee.de/content/aktionen-und-projekte/italien/vogelfang-italien

  • 30.01.2013, 10:43 Uhrderheuschreck

    In China haben Sie eine Lösung:
    http://www.bz-berlin.de/aktuell/panorama/1-000-katzen-vor-dem-kochtopf-gerettet-article1623944.html

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