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Nachhaltigkeitsgipfel: Rio+20 braucht Taten statt Worte

Nach dem G20-Gipfel in Mexiko ist in Brasilien die UN-Konferenz „Rio+20“ angelaufen. Es geht um nachhaltiges Wirtschaften, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Beim Weg zu diesen Zielen scheiden sich die Geister.

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bei einer Pressekonferenz zum Rio+20-Gipfel in Brasilien. Quelle: AFP
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bei einer Pressekonferenz zum Rio+20-Gipfel in Brasilien. Quelle: AFP

Rio de JaneiroUN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, die Weichen für eine nachhaltige und umweltschonende Entwicklung zu stellen. 20 Jahre nach dem Erdgipfel (1992) von Rio seien nur langsam Fortschritte erzielt worden. «Jetzt haben wir eine zweite Chance. Wie dürfen diese Chance nicht verpassen. Die Welt schaut darauf, ob sich die Worte in Taten verwandeln», sagte Ban am Mittwoch zur Eröffnung des dreitägigen Gipfels. Umweltminister Peter Altmaier (CDU) wertete die bisherigen Ergebnisse als «Etappensieg», auf dem man aufbauen könne.

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Ban, der vom G20-Gipfel in Mexiko kam, sagte, die Agenda des «Rio+20»-Gipfels sei mindestens so wichtig und dringlich wie die des am Dienstag beendeten Gipfels der führenden Volkswirtschaften (G20) in Los Cabos. «Hier (in Rio) haben wir die Möglichkeit, die Welt auf einen nachhaltigen Weg zu führen. Unsere kostbarste Ressource ist dabei die Zeit», sagte Ban. Es sei der Moment für die Regierungen der Welt zu handeln. Die Gespräche über das Abschlussdokument seien «langsam und sehr schwierig» gewesen. Viele hätten ein ehrgeizigeres Dokument erwartet.

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Die rund 50 Seiten starke Deklaration trägt den Titel: «Die Zukunft, die wir wollen». Unter anderem heißt es darin: «Die Beseitigung der Armut ist die größte globale Herausforderung, vor der die Welt heute steht, und unverzichtbare Bedingung für nachhaltige Entwicklung.» Eine zentrale Rolle spielt in dem Dokument das Konzept einer «Green Economy» (grünen Ökonomie). Zudem soll ein Prozess zur Entwicklung von Nachhaltigkeitszielen angeschoben werden.

Die Verhandlungen für das Dokument hätten zwischenzeitlich «Spitz auf Knopf» gestanden, sagte Altmaier. Es sei verständlich, dass den Umweltverbänden die Ergebnisse nicht reichten. Er selbst hätte sich auch ein klareres Signal für den Meeresschutz und konkretere Inhalte bei den Nachhaltigkeitszielen gewünscht. «Aber der Gipfel ist nicht gescheitert, er hat gerade erst begonnen.» Der Text sei eine «tragfähige Grundlage» und es zeichne sich ab, dass die große Mehrheit der Staaten damit leben könne, sagte Altmaier, der am Freitag im Plenum sprechen wird.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zog dagegen eine vernichtende Bilanz: «Der Scheitern ist absolut. Der Text verurteilt die Welt zu einer Zukunft der Verschmutzung, der Plünderung und Zerstörung», sagte Greenpeace-Experte Milko Schvartzman. Ähnlich äußerte sich der Politische Direktor der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland, Alois Vedder. «Der Nachhaltigkeitsgipfel in Rio droht zu einer reinen Schauveranstaltung zu werden.» Beim Meeres- und Waldschutz gebe es keine Fortschritte.

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