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Pest geht weiter: BP kapituliert vor seiner Ölquelle im Golf von Mexiko

Desaster für Natur, BP und Obama: Die sprudelnde Ölquelle per Schlammbeschuss zu schließen, ist endgültig gescheitert. Das Öl sprudelt weiter in den Golf von Mexiko. Es ist jetzt schon die größte Ölpest und eine der größten Umweltkatastrophen in der US-Geschichte - und sie hat gerade erst begonnen. Die Liste der Vorwürfe gegen BP wird immer länger.

Protest gegen BP in den USA: Ein ölverschmierter Aktivist vor einer Tankstelle mit dem Logo des Ölkonzerns. Quelle: ap
Protest gegen BP in den USA: Ein ölverschmierter Aktivist vor einer Tankstelle mit dem Logo des Ölkonzerns. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Fehlschlag im Kampf gegen die Ölpest, Schock für Amerika: Der Ölkonzern BP ist mit dem Versuch gescheitert, die sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko zu schließen. Die "Top Kill" genannte Operation, bei der tonnenweise Schlamm in das Bohrloch gepumpt wurde, habe den Ölfluss nicht stoppen können, sagte BP-Manager Doug Suttles am Samstag (US-Zeit). Die Arbeiten mussten abgebrochen werden. Die Natur leidet weiter, der Druck auf US-Präsident Barack Obama dürfte zunehmen.

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Am Sonntag räumte der Ölkonzern BP dann ein, dass auch der nächste Versuch mit der Montage eines neuen Ventils an der seit fast sechs Wochen undichten Steigleitung den Ölaustritt wohl höchstens vermindern könne. Gestoppt werde die Ölpest erst mit der im August fertig werdenden Ersatzbohrung, sagte BP-Manager Bob Dudley im US-Fernsehsender ABC. BP bohrt zurzeit neue Zugänge zur Quelle, rund vier Kilometer unter dem Meeresboden. "Wir sind damit halb fertig. Aber je weiter runter wir kommen, desto schwerer wird es", erklärte Suttles.

Seit Beginn der Katastrophe vor fast sechs Wochen sind Experten zufolge etwa 40 000 Tonnen Öl ins Meer geflossen. Jeden Tag kommen zwischen 1 600 und 3 400 Tonnen dazu. Schon jetzt ist es damit die größte Ölpest der US-Geschichte. Beim Unfall des Tankers "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska verdreckten "nur" 35 000 Tonnen das Meer. Mindestens 270 Kilometer Küste und 13 Hektar Marschland sind verseucht, wie Mary Landry von der US-Küstenwache sagte. Fast 500 Vögel, mehr als 200 Schildkröten und 25 Meeressäuger starben.

BP hat die Folgen zu jedem Zeitpunkt heruntergespielt

Die jüngsten Entwicklungen und Erkenntnisse von Experten zeigen: Zu nahezu jedem Zeitpunkt seit der ersten Explosion auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko hat der Ölkonzern BP das tatsächliche Ausmaß der Katastrophe heruntergespielt. Und die Aussagen des Konzerns zu fast jedem Aspekt, von der Menge des austretenden Öls, über die Folgen für die Umwelt bis zu den Versuchen, das Leck zu stoppen, haben sich als falsch erwiesen. Inzwischen ist der Glaubwürdigkeitsverlust bei BP vielleicht genauso schwer zu stoppen wie das Ölleck am Meeresboden.

"Sie machen einen Fehler nach dem anderen. Das führt zu dem Eindruck, dass sie etwas zu verbergen haben", erklärte US-Senator Bill Nelson aus Florida. "Diese Jungs haben entweder kein Gefühl für die Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit oder sie sind Neandertaler, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit geht."

  • 31.05.2010, 15:46 UhrAnonymer Benutzer: Moritz J. Mueller

    Peter Scholz;

    Folgendes möchte ich als absolut wertefrei verstanden wissen. Aber tatsächlich leben wir wieder einmal in einer geschichtlichen Periode in der die destruktiven Subjekte (Kräfte) die Entscheidungsgewalt inne haben (nicht nur bei bP wie man allenthalben beobachten kann).
    Und diese werden ihren Zyklus, zum Schaden aller, leider unweigerlich zuende führen.
    An die Macht sind sie durch Täuschung (oder besser die Lüge) gekommen und was ist die logische Konsequenz? Lügner geben ja nur vor etwas zu können. Dadurch überzeugen sie (auch durch falsche Versprechungen) und kommen folglich an die Macht. Einmal an der Macht müssen sie nun zwangsläufig Entscheidungen treffen. Da sie ja aber nur vorgegeben heben etwas zu können, ihnen aber real keine Fähigkeit obliegt, treffen sie logischerweise die falschen Entscheidungen. Es kommt halt wie es kommen muss.

  • 31.05.2010, 14:01 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Die Glocke wurde nach Angaben angeblich nachgerüstet und ist beheizbar?

    Und ist eingesetzt/getestet worden?
    Diese funktionierende Glocke wäre natürlich in deisem Falle die bessere Lösung als das Absägen und Sicherheitsventil draufsetzen, welches sie gestern im Fernsehen gezeigt haben, da dabei immer noch Öl austritt.

  • 31.05.2010, 13:05 UhrAnonymer Benutzer: redregar

    iran hat doch seine Hilfe angeboten sollen Sie die endlich Nutzen. Außerdem denke ich das es in Europa bestimmt auch einige Exdperten für sowas gibt. bP und auch die US Regierung müssten dafür allerdings über ihren Schatten springen und Fehler eingestehen, was Amerikanern noch nie leicht gefallen ist. Es ist nicht nur die größte Umweltkatastrophe der Geschichte sondern auch die größte Gesellschaftliche

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