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01.03.2008 

Sollten gemäß dem Ausstiegsbeschluss aus dem Jahr 1999 die verbliebenen 17 deutschen Atomkraftwerke bis 2021 tatsächlich vom Netz gehen, entfällt zudem eine Energiequelle, die bislang beruhigend auf die Preise wirkte. Die geringen Strom-Erzeugungskosten in Kern- kraftwerken und die Tatsache, dass sie das Klima nicht belasten, führt weltweit zu einer Renaissance dieser Technologie (siehe Seite 108). Deutschland steht dagegen vor einer Kapazitätslücke von 24 500 Megawatt. Theoretisch reichen die hierzulande installierten Windmühlen beinahe aus, die Lücke zu füllen. Sie kommen auf eine Gesamtleistung von 21 500 Megawatt. Doch wegen des wechselnden Windangebots speisen sie tatsächlich weniger als ein Drittel der theoretisch möglichen Strommenge ins Netz.

Offshore-Mühlen bringen mehr. Allein in der Nordsee sollen bis 2012 zehn Windparks mit 660 Windmühlen und einer Gesamtleistung von 2000 bis 3000 Megawatt errichtet werden. Doch der Ausbau der Infrastruktur verzögert sich, Milliardeninvestitionen stehen auf der Kippe. Denn die Finanzierung ist angesichts technischer Probleme bei der Einspeisung des Stroms ins Netz bislang mit hohen Risiken verbunden. Allein die Anbindung von vier geplanten Offshore-Windparks in der Nordsee - die ersten Fünf-Megawatt-Mühlen werden in diesem Sommer westlich der ostfriesischen Insel Borkum aufgestellt - kostet den Düsseldorfer Versorger E.On rund 400 Millionen Euro.

Die insgesamt 70 Kilometer lange Verbindung, die aus neun Drehstrom- und vier Gleichstromhochspannungsleitungen besteht, wird auf dem Grund der Nordsee vergraben. Auf der Insel Norderney erreicht sie erstmals Land, um gleich wieder unter der Erde zu verschwinden. Nach rund zwei Kilometern erreichen die Kabel unweit des berühmten Leuchtturms das geschützte Wattenmeer. Mit Horizontalbohrungen unterqueren die Kabelleger die empfindlichsten Bereiche des Nationalparks nördlich und südlich von Norderney.

Um den Windstrom zum Verbraucher zu transportieren, investiert auch RWE kräftig in neue Hochspannungsleitungen. Bis 2017 sollen 800 Kilometer dazukommen. 25 neue Umspann-Anlagen verstärken zusätzlich das Netz.

Lesen Sie weiter auf Seite 5: Wohl dem, der ein paar Solarzellen auf dem Dach hat

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