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04.07.2008 
Solarreinigung

Begehrter Erfinder

von Sandra Freyberg

Der Aachener Maschinenbau-Student Ridha Azaiz hat einen Roboter entwickelt, der Solaranlagen reinigen kann. Nach zahlreichen Teststrecken steht seine Innovation nun kurz vor der Marktreife - und die Anlagenbauer schon jetzt bei ihm Schlange.

Solarzellen können künfig einfacher gereinigt werden. Foto: dpaLupe

Solarzellen können künfig einfacher gereinigt werden. Foto: dpa

AACHEN. Zwei Messeauftritte, fünf Auszeichnungen, acht Praktika, ein Dutzend Wettbewerbs- und Konferenzbeiträge: Der Lebenslauf von Ridha Azaiz passt längst nicht mehr auf eine DIN A4-Seite. Mit gerade mal 14 Jahren erfand der heute 23-Jährige seinen ersten Roboter. Inzwischen erprobt er in Kooperation mit dem pfälzischen Anlagenbauer Activ Solar ein mobiles Hightech-Gerät, das Solarzellen von Staub und Schmutz befreit und so die Leistungsfähigkeit der Kraftwerke steigert. Anfang 2009, so der Plan, soll der "Wallwalker" marktreif sein.

Spielerei? Von wegen! Azaiz reagiert entrüstet, wenn man ihn fragt, ob seine Leidenschaft einer Begeisterung für Spielzeugroboter entspringt: "Ich wollte immer etwas Nützliches machen", sagt er, der inzwischen Maschinenbau an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen studiert. Seine High-Tech-Putzmaschine hat das Format eines handelsüblichen Bürodruckers. Schon als Kind begann Azaiz, sich für alternative Energiequellen zu interessieren. In der Bücherei seiner Heimatstadt Fellbach bei Stuttgart lieh er sich das Solarstrom-Magazin "Photon" und stellte sich schließlich eine Frage, die bis heute viele Anlagenbauer beschäftigt: Wie lassen sich Solardächer effektiv reinigen?

Zwar gingen die Pioniere der Technologie noch davon aus, dass Solarzellen nicht gesäubert werden müssten. Heute weiß die Branche es jedoch besser. "Wenn sich auf einer einzigen Zelle Staub- und Schmutzpartikel ablagern, wird gleich die ganze Reihe abgeschaltet", beschreibt Azaiz das Problem. "Dadurch sinkt die Gesamtstromleistung um sechs bis neun Prozent. In Wüstenregionen ist der Ausfall noch höher."

Ob Staub, Sand oder Pollen: Dank seines geringen Gewichts von 17 Kilogramm pflegt der Wallwalker die empfindliche Technik der Solardächer wesentlich schonender, als menschliche Putzkräfte es könnten. Mit acht Saugnäpfen, einer rotierenden Bürste und demineralisiertem Wasser befreit die Maschine die Flächen von Ablagerungen aller Art. Zwei Minuten braucht das Gerät derzeit für die Reinigung eines Quadratmeters Fläche. "Um kommerziell erfolgreich zu sein, reicht das aber leider noch nicht aus", bedauert der Nachwuchserfinder.

Im Testbetrieb auf dem 40 000 Quadratmeter großen Solardach von Activ Solar macht Azaiz den Wallwalker derzeit fit für den Markt - und zwar digital. Sein wichtigstes Werkzeug ist ein CAD-Programm zur computergestützten Konstruktion.

Bereits 1999 hatte Azaiz den Prototyp des Wallwalkers entwickelt - im Rahmen eines Praktikums bei Bosch in Stuttgart. Doch erst mit dem Fortschritt des Projekts wuchs auch die Anerkennung für Azaiz - und das Interesse der Wirtschaft. "Inzwischen bekomme ich wöchentlich Anfragen von Anlagenbauern", beschreibt er die Resonanz auf seine Entwicklung. Zuletzt war der Erfinder im April auf der Hannover Messe vertreten, um seinen Roboter einem internationalen Fachpublikum vorstellen. Azaiz träumt davon, sich mit dem Wallwalker selbständig zu machen. "Erfolg ist, wenn ich dazu beitragen kann, dass sich etwas verändert", sagt der Student, überlegt kurz und lächelt dann verschmitzt. "Aber natürlich freut es mich auch, wenn ich eines Tages mehr Geld auf dem Konto habe."

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