Etwa 115 Terawattstunden werden mittlerweile aus Sägespänen, Rinde und anderen Holzabfällen erzeugt. Ein Großteil dieser Abfälle geht in die etwa 500 Fernwärme-Kraftwerke, wo sie verfeuert werden. Diese Abfälle aus der Forstindustrie haben in den vergangenen Jahren enorm an Bedeutung gewonnen: Mittlerweile werden zwei Drittel der Fernwärme-Kraftwerke mit dieser Biomasse betrieben. Und das offenkundig sehr effektiv: In Enköping, nordwestlich von Stockholm, produziert der kommunale Kraftwerksbetreiber Ena Kraft den gesamten Energiebedarf für die 20 000 Einwohner mit nachwachsenden Rohstoffen.
Ein Teil der regenerativen Energie kommt aus so genannten Energiewäldern. „Bis heute haben wir etwa 15 000 Hektar mit sehr schnell wachsenden Bäumen bepflanzt“, sagt der Bioenergie-Experte Andersson. Vor allem in Mittelschweden wird Salix, eine äußerst schnell wachsende Weidenart, angepflanzt. Die Energiewälder und ein effektives Waldmanagement sind der Grund dafür, dass sich in den vergangenen 100 Jahren die Waldfläche Schwedens verdoppelt hat. Und das erfolgreiche Forstmanagement sorgt dafür, dass jedes Jahr rund 110 Millionen Kubikmeter Holz nachwachsen.
„Wir haben mit unserer geographischen Lage und der Bodenbeschaffenheit großes Glück gehabt“, räumt Tomas Isaksson vom Verband der Pellet-Industrie ein. Die gepressten Holzabfälle erfreuen sich als Alternative zu Ölheizungen zunehmender Beliebtheit. Die kleinen Energiebündel stehen bislang zwar nur für sieben Terawattstunden, doch die Pellet-Industrie glaubt an eine steigende Nachfrage. 2006 produzierte sie 1,4 Millionen Tonnen Pellets, weitere 300 000 Tonnen wurden importiert.
„Eigentlich hatten wir mit einer noch größeren Nachfrage gerechnet, doch der milde Winter schlägt sich bei uns negativ in den Auftragsbüchern nieder“, sagt Isaksson. Nach einer Faustformel sinkt der Energiebedarf um bis zu fünf Prozent, wenn die Temperatur im Winter nur ein Grad höher ausfällt als im Durchschnitt. „Und dieser Winter war sogar fünf Grad wärmer als normal“, meint Isaksson – und sehnt sich schon nach einem richtig kalten Winter.

