Zu 100 Prozent auf das Ausland fixiert ist auch die Solar Millennium AG aus Erlangen. Der Anbieter solarthermischer Großkraftwerke baut derzeit gleich zwei 50-Megawatt-Anlagen in Spanien, mit dem Bau einer dritten wird Ende des Jahres begonnen. Vorstandsmitglied Henner Gladen sieht sich auf der Erfolgsspur: "In den vergangenen Jahren haben wir in Spanien eine Menge Projekte vorbereitet, die jetzt zum Zuge kommen. Über die nächsten zwei bis drei Jahren wird dies sicherlich der wichtigste Markt für uns sein."
Daneben hat das Unternehmen seine Fühler auch über die europäischen Grenzen hinaus ausgestreckt. Vor allem China, die USA mit dem Vorzeigestaat Kalifornien und die arabischen Emirate gelten als Märkte mit sonniger Zukunft. "Abu Dhabi und Dubai haben Interesse, es wird da in diesem Jahr wohl noch eine Ausschreibung für ein 100 Megawatt-Anlage geben", sagt Gladen. Eines ist für ihn momentan allerdings noch unbedingte Voraussetzung für derart große Investitionen: "Solange kein Einspeisegesetz oder ein anderer rechtlicher Rahmen da ist, passiert überhaupt nichts."
All dies wird vor allem in Spanien geboten, das damit zum momentan wichtigsten Markt im europäischen Ausland aufgestiegen ist, berichtet Joachim Treder vom "Center of Competence Renewable Energies" der Commerzbank in Hamburg. Eine ähnlich hohe Vergütung wie in Deutschland von bis zu 44 Cent pro Kilowattstunde sowie 41,7 Cent bei Großprojekten ab zehn Megawatt machen den Staat für Investoren überaus attraktiv.
Auch Phoenix Solar will die hohen Garantien verstärkt für sich nutzen. Erst diesen Monat hat das Unternehmen einen Rahmenvertrag über den Bau solarer Großkraftwerke mit der KG Allgemeine Leasing GmbH & Co. über 275 Mill. Euro unterschrieben. Zielländer sind neben Deutschland derzeit Spanien, Italien, Griechenland und Frankreich. Vorstandschef Andreas Hänel will dabei auch von der Pionierrolle profitieren: "Die deutsche Industrie kann ihren Wettbewerbsvorteil vor allem dort ausspielen, wo noch keine nationale Konkurrenz existiert."
Trotz aller Exporthoffnungen bildet der bereits weitgehend entwickelte deutsche Markt aber nach wie vor das Fundament für den Geschäftserfolg: "Betrachtet man die Nachfrage, sitzen in Deutschland nach wie vor die wichtigsten Abnehmer", sagt der Commerzbank-Experte Joachim Treder. So wurden hier allein 2006 Anlagen mit einer Leistung von 750 Megawatt neu installiert. Im Rest Europas gingen gerade 80 Megawatt zusätzliche Leistung ans Netz, weltweit Anlagen mit 1430 Megawatt Leistung. Bis 2020 soll der Markt jährlich um 20 Prozent wachsen. Und die Produktionstechnik dafür soll zu rund 50 Prozent von deutschen Maschinen- und Anlagenbauern stammen.

