0 Bewertungen
21.06.2007 

 Funktionsprinzip eines Geothermie-Kraftwerks. Grafik: HandelsblattLupe

Funktionsprinzip eines Geothermie-Kraftwerks. Grafik: Handelsblatt

Die Schweizerische Vereinigung für Geothermie (SVG) schlägt denn auch vor, fünf bis zehn neue Tiefenbohrungen zur Erforschung der Erdwärmenutzung vorzunehmen. Zur Stromproduktion „kann und soll die Geothermie einen Beitrag leisten“, betont die Parlamentsabgeordnete und Präsidentin der SVG, Kathy Riklin. Zwar hätten die Erdstöße in Basel die Skepsis gegenüber Großprojekten geweckt. Doch Anlagen für den Hausgebrauch, die oberflächennahe Erdwärme zum Heizen nutzen, seien erprobt. Laut SVG wird in der Schweiz bereits in einem Sechstel der 2006 neu installierten Heizungen Erdwärme verwendet.

Im Bundesumweltministerium in Berlin verfolgen die Beamten die Entwicklung in der Schweiz mit Argusaugen. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hebt bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Erdwärmenutzung als Alternative etwa zur Kernkraft hervor. Die Technologie stehe in Deutschland zwar noch am Anfang, sagte Gabriels parlamentarische Staatssekretärin Astrid Klug vor kurzem auf einer Fachtagung in Karlsruhe: Sie sei aber wegen ihrer enormen Potenziale für die Zukunft im hiesigen Energiemix unverzichtbar.

Die Zahl der genehmigten oder beantragten Projekte in Süddeutschland, bei denen gebohrt werden darf, beziffert Klug auf 70 bis 80 – mit einem Investitionsvolumen von rund zwei Mrd. Euro. Bundesweit schätzt sie das Investitionsvolumen auf das Doppelte. Das soll trotz der Beben in Basel zunächst auch so bleiben. Da es keine vergleichbaren Vorfälle in der Bundesrepublik gibt, gebe es zurzeit keinen Grund, an der Förderpolitik etwas zu ändern, heißt es aus dem Bundesumweltministerium.

Das beruhigt auch den Bundesverband Geothermie. Zwar werden bislang bei den Erdwärme-Projekten in Deutschland nur heiße Wasserreservoirs in der Tiefe angezapft. Es gibt aber Forschungsprojekte in Potsdam und Hannover, wo ähnlich wie in der Schweiz Wasser in den Untergrund gepresst werden soll. Geoforscher Rüter beruhigt: „Da diese Vorhaben nicht in tektonisch aktiven Gebieten liegen, dürfte hier nichts passieren.“

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterBildergalerien

 

zurück vor
  • Nützliche Ergänzungen für...

    Nützliche Ergänzungen für Google Maps

    Google Maps ist vor allem bekannt für die hochauflösenden Satellitenbilder, die man hinter das Kartenmaterial legen kann. Doch das ist längst noch nicht alles. Handelsblatt Online hat einige nützliche, interessante und witzige Add-Ons zur Karten-Seite herausgesucht.Bildergalerie 

  • Kostbares Nass

    Kostbares Nass

    Wussten Sie, dass für die Erzeugung eines einzigen Frühstückseis eine ganze Badewanne voll Wasser nötig ist? Wasser ist ein kostbares Gut - wie kostbar, das wollen Experten in dieser Woche der Öffentlichkeit ins Bewusstsein rufen. Die Wasserwoche in Stockholm widmet si...Bildergalerie 

  • Tiefenforschung mit Tauch...

    Tiefenforschung mit Tauchspezialisten

    Die Antarktis ist für Wissenschaftler eine der wichtigsten Regionen, wenn es um die Erforschung des globalen Klimawandels geht. Doch mit herkömmlichen Messgeräten lässt sich die Welt unter den meterdicken Eispanzern des antarktischen Ozeans nicht erforschen. Wissenscha...Bildergalerie 

  • Einer von Wenigen

    Einer von Wenigen

    Autos werden in Fabriken gebaut, laufen von Fließbändern und kommen dann in großen Mengen zu den Händlern. Meistens jedenfalls. Es geht aber auch ganz anders: Mancher Liebhaber verweigert sich solcher Einheitskost und investiert stattdessen reichlich Geld, um ein edles...Bildergalerie 

 

weiterHandelsblatt Quiz

Wissens-Test: Die größten Energiefresser im Haus

Los geht's!Wollen Sie im Haushalt Energie sparen, gilt es zunächst die größten Verbraucher zu identifizieren. Oder wissen Sie bereits, wie viel Energie Wasserbe...
Testen Sie Ihr Wissen!