Möglich ist heute schon viel, wie eine Familie in Ostwestfalen weiß. Ihr unscheinbares 180-Quadratmeter-Haus gewinnt bereits jetzt mit der Technik von Schüco überschüssige Energie. Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe, die die in der Luft, im Boden oder im Grundwasser gespeicherte Energie nutzbar macht, beheizt die Wohnräume. Neu hieran ist, dass erstmals Solarthermie- und Wärmepumpen-Technik kombiniert wird, mit der zugleich Energie aus dem Erdreich und von der Sonne gewonnen wird. „Während der thermische Solarkollektor im Sommer für warmes Wasser sorgt, stellt die Wärmepumpe in den Übergangsmonaten die Versorgung mit ausreichend Energie für Warmwasser und Heizung sicher“, sagt Schüco-Sprecher Oskar Schwittay. Eine Photovoltaik-Anlage liefert schließlich den Strom.
„Das Beispiel zeigt, wie einfach sich eine konventionelle Heizung ersetzen lässt und wie Hausbesitzer komplett unabhängig von Öl und Gas werden können“, sagt Oskar Schwittay. So ließen sich auch bestehende Gebäude umrüsten. „Eine Wärmepumpe, vier Kollektoren und sechs Photovoltaik-Module reichen aus, um ein 150 Quadratmeter großes Standardhaus in ein von fossilen Energieträgern unabhängiges Haus umzuwandeln“, sagt Schwittay.
Recht einfach lässt sich auch ein normales Dach in eine ansehnliche Solarkollektorenfläche verwandeln. So bietet Roto mit dem neuartigen Solarsystem „Sunroof“ Flachkollektoren, die nicht wie üblich aufgeständert werden, sondern direkt auf die Dachlattung anstelle von Ziegeln geschraubt werden. „Besonders bei zu sanierenden Dächern ist das System geeignet, denn man spart sich die Dachsteine. So wird aus dem Schutzdach ein Nutzdach“, erklärt Sprecher Thomas May.
Dabei können beliebig Solarkollektoren, Photovoltaikmodule und Wohndachfenster über die gesamte Dachfläche kombiniert werden. „Im Vergleich zum Ziegeldach lässt sich damit im Laufe der Jahre sogar Geld gewinnen“, meint May. Ein Quadratmeter kostet etwa 900 Euro. Die Investition amortisiert sich durch Energieeinsparung und die Erträge der Photovoltaikanlage sowie staatliche Förderung.
Allerdings fehlen noch Langzeit-Erfahrungen. Es ist unklar, wie lange die Kollektoren Wind und Wetter trotzen. May geht von 20 bis 30 Jahren aus, räumt aber ein: „Die Solartechnik ist noch recht jung und entwickelt sich rasend schnell, so dass es zur Haltbarkeit noch keine Werte gibt.“