Dagegen wurden die Hoffnungen der Branche auf den Umtausch der oft veralteten Heizungsanlagen in moderne Brennwerttechnik bisher schwer enttäuscht. Hier hat das Argument der Energieeinsparung die Verbraucher nicht überzeugt, der Heizungsmarkt läuft weiter sehr schleppend.
Auch in der Industrie selbst lässt sich noch viel Energie sparen. Otmar Frey, Umweltexperte des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI), sieht ein großes Potenzial vor allem bei elektrischen Antrieben. Zwei Drittel des Stromverbrauchs der Industrie entfallen nach Angaben des ZVEI auf elektrisch angetriebene Systeme wie Pumpen, Ventilatoren, Kompressoren oder Zentrifugen.
Mehr als 15 Prozent dieses Stroms könnten durch energieeffizientere Antriebe eingespart werden, betont Frey. So könne beispielsweise der Einsatz von Energiesparmotoren den Stromverbrauch senken. Aber auch die Nutzung von Antrieben mit elektronischer Drehzahlregelung helfe beim Sparen.
Noch achtet die Industrie in ihren Fabriken zu wenig auf dieses Thema. „Oft steht bei Investitionen der Preis im Vordergrund“, klagt Energieexperte Frey. Es würden meist nur kaputte Geräte ersetzt, obwohl sich die Investition in neue Motoren, Lüfter oder Lampen schnell über die Energieeinsparung amortisiere. Besonders häufig ist dies nach Beobachtung von Frey der Fall, wenn der Investor einer Anlage oder Fabrik nicht der spätere Betreiber sei. Der Einkäufer ist in der Regel nicht für die Kosten der Anlage über die gesamte Laufzeit zuständig. Dabei beträgt bei elektrischen Antrieben der Anteil der Energiekosten über die gesamte Laufzeit gerechnet oft mehr als 90 Prozent.
Trotzdem erwartet Frey von energieeffizienten Produkten nicht nur Verkaufserfolge, sondern auch bis zu fünf Prozent zusätzliche Stellen. „Diese Produkte sind anspruchsvoller in der Entwicklung und Fertigung. Und sie ersetzen oft weniger aufwendige Produkte, die aus dem Ausland kommen.
