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04.07.2008 
Solarzellen

Gestreifte Lichtsammler

von Sascha Rentzing

Die IT-Hochburg Silicon Valley wird zum Innovationstreiber in der Umwelttechnik: Das Unternehmen Solaria aus dem kalifornischen Fremont startet die Serienfertigung eines neuen Konzepts von Solarzellen. Die Spezialisten zersägen fertige Solarzellen und verbreitern sie mithilfe von Plastikstreifen.

Solarzellen. Foto: apLupe

Solarzellen. Foto: ap

DORTMUND. Das spart dank des geringeren Siliziumverbrauchs Kosten, liefert aber trotzdem hohe Wirkungsgrade. Den Branchenriesen Q-Cells hat das Verfahren überzeugt: Die Deutschen haben 25 Mill. Euro in Solaria investiert und besitzen ein Drittel der Anteile.

Die erste Fabrik, die die Technik in Serie produziert, steht allerdings nicht in Kalifornien oder Deutschland - sondern auf den Philippinen. Dort wendet Vertragspartner Ionics EMS, Hersteller von Elektronikbauteilen, im Auftrag von Solaria das sogenannte "Multiplikationsverfahren" erstmals industriell an. Dieses Jahr will die Firma Zellen mit einer Leistung von zwei Megawatt fertigen, 2009 dann die Produktionskapazität von 25 Megawatt auslasten.

Die neue Technik verspricht Hoffnung für die von hohen Rohstoffkosten gebeutelte Solarindustrie. Die Branche sucht händeringend nach Wegen, um den Verbrauch von Silizium - Hauptbestandteil von Solarzellen - zu verringern. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Spotpreis nach Angaben von Q-Cells mehr als verzehnfacht. Um die Kosten zu begrenzen, setzen die Firmen auf langfristige Lieferverträge und Rohstoff sparende Techniken.

Genau hier setzt Solaria an: "Wir senken die Herstellungskosten, indem wir teures Silizium durch Plastik ersetzen", sagt Vizechef Marc van Gerven. Bei herkömmlichen Zellen bedeckt Silizium die gesamte Oberfläche und fängt so das Licht über das ganze Gebiet ein. Die Amerikaner sägen nun handelsübliche Zellen in zwei Millimeter breite Streifen und ordnen diese mit ebenso großen Zwischenräumen neu an. "Wir kommen mit der Hälfte an Silizium aus und produzieren aus einer Zelle zwei", sagt Solaria-Technikvorstand Kevin Gibson. In die Lücken setzt das Unternehmen V-förmige Plastiklichtleiter, die das Licht mit doppelter Stärke auf die Siliziumstreifen bündeln. So erzielen die Zellen ähnliche Wirkungsgrade wie die Originale. In der Testphase hat Solaria Hochleistungszellen der US-Firma Sunpower mit fast 20 Prozent Wirkungsgrad neu geschnitten - und beim Endprodukt den gleichen Wert gemessen.

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