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04.07.2008 

"Hoffschmidt ist genau der richtige Mann für den Forschungsstandort Jülich", sagt Thomas Hartz, bei den örtlichen Stadtwerken für das Solarkraftwerk zuständiger Projektleiter. "Ein besonderer Mensch, außergewöhnlich anwendungsorientiert", sagt André Zimmermann vom Innovationsministerium des Landes.

Hoffschmidt lebt für die Arbeit. Seine Familie bezeichnet er als "einziges Hobby". 30 Patente rund um die solare Stromgewinnung hat er entwickelt. Nicht auf grüner Gesinnung beruht der Erfindergeist, Hoffschmidt ist Pragmatiker. Nach dem Studium an der RWTH Aachen griff er einfach zu, als am bevorzugten DLR nur in der Abteilung Solarthermik eine Stelle frei war. Und arbeitete sich rasch zur Professur an der FH Aachen hoch. Als Forscher arbeitet Hoffschmidt auch mal mit unkonventionellen Methoden.

"Bei einigen meiner Erfindungen hat mich Lego beeinflusst", sagt er. Der Receiver, bahnbrechend bei der Entwicklung des Sonnenturms, besteht aus einzelnen porösen Keramikteilen. Als Kind spielte er von morgens bis abends mit den kleinen Steinen - inzwischen hat er sie seinen drei Söhnen überlassen.

Temperaturen von über 1 000 Grad Celsius muss das Herzstück des solarthermischen Kraftwerks standhalten. Hindurchströmende Luft erhitzt sich dabei und erzeugt später in einem Kessel Wasserdampf, der wiederum eine Turbine antreibt. 1,5 Megawatt beträgt die Leistung - genug Strom für 400 Haushalte.

Hübscher als ein Windrad sei sein Turm, sagt Hoffschmidt und wird dabei fast lyrisch. "Er strahlt so hell wie eine zweite Sonne." Damit sie aufgeht, müssen die Stadtwerke sowie die Länder Nordrhein-Westfalen und Bayern 22 Millionen Euro zahlen, weitere 3,7 Millionen gibt der Bund. Um die Vermarktung kümmert sich Hoffschmidt selbst. Mit den Kraftanlagen München, Bauträger beim Jülicher Projekt, hat Hoffschmidt dazu die Firma IA Tech gegründet. Er ist es gewohnt, unternehmerisch zu denken - schließlich finanziert sich sein Institut über Projekte.

Ein möglicher Standort für die Anlagen, die bereits in Serie gefertigt werden können: Nordafrika, gesegnet mit der dreifachen Sonnenstrahlung wie Europa. Kontakte zur algerischen Regierung sind schon geknüpft. "Aus dieser Region wird in Zukunft unsere Energie kommen", sagt Hoffschmidt. Klingt verrückt. Man sollte es glauben.

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