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20.07.2007 
Strom aus Holzpellets

Stirling-Motor bringt die Heizung auf Touren

von Bernward Janzing

Die heimische Holzpelletheizung kann künftig auch Strom erzeugen. Unabhängig voneinander haben zwei Hersteller jetzt entsprechende Anlagen entwickelt, die beide auf der Technik des so genannten Stirling-Motors basieren, einer Wärmekraftmaschine.

DÜSSELDORF. Die Firma Sunmachine aus Bayern bietet ihre Geräte seit wenigen Monaten an – die „Sunmachine“ ist schon in mehr als 50 Exemplaren in Privathäusern in Betrieb. Jede Woche verlassen weitere fünf bis zehn Aggregate die Fabrik in Nürnberg.

Die Holzpellets werden in der Anlage in ein Gas gewandelt, welches anschließend in einem Brenner verfeuert wird. Das bei der Vergasung entstehende Kondensat wird in die Kanalisation eingeleitet, zusammen mit der in geringem Maße anfallenden Asche. Den Gesamtwirkungsgrad des Systems gibt der Hersteller mit rund 90 Prozent an, den elektrischen Wirkungsgrad mit 20 bis 25 Prozent. Die Anlage liefert als Blockheizkraftwerk bis zu 10,5 Kilowatt Raumwärme und bis zu drei Kilowatt Strom, der ins Netz einspeist oder vor Ort verbraucht werden kann.

Bislang gibt es das Gerät nur in einer Standardgröße, seine Leistung kann aber über die Reduktion der Brennerleistung bedarfsgerecht heruntergefahren werden. Es kostet 23 500 Euro plus Einbaukosten. Zudem braucht man einen Pufferspeicher, der nach Empfehlungen der Firma mindestens 500 Liter fassen sollte. Damit fallen die Investitionen deutlich höher aus als beim Kauf einer klassischen Pelletheizung. Allerdings heizt das Gerät nicht bloß, sondern liefert auch Strom. Wer diesen einspeist, bekommt dafür gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz rund 15 Cent je Kilowattstunde. Noch günstiger ist es, den Strom im Haushalt zu verbrauchen: Weil damit der Strombezug sinkt, entlastet jede selbst genutzte Kilowattstunde die Stromrechnung sogar um rund 20 Cent.

Ein zweiter holzbefeuerter Stirling-Motor kommt demnächst auf den Markt. Die Firma Stirling Power Module (SPM) in Graz hat die Maschine in Kooperation mit dem Heizungsbauer KWB entwickelt und testet derzeit nach eigenen Angaben 35 Stück in der Oststeiermark. Ein wesentlicher Unterschied zur Sunmachine ist die geringere elektrische Leistung von rund einem Kilowatt. Als Vorteil sehen die Grazer die Nachrüstbarkeit bestehender Pelletheizungen an. So könne die Feuerungsanlage USP 15 des Pelletheizungsbauers KWB „mit überschauschaubarem Aufwand mit dem Stirling-Power-Module nachgerüstet werden“, verspricht SPM. Diese Pelletheizung sei bereits „zu Tausenden Stück erfolgreich im Markt etabliert.“ Allerdings ist noch offen, wann und in welchen Stückzahlen der Pellet-Stirling aus Österreich auf den Markt gebracht werden soll.

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