Somit heißt es Mut zum Risiko: Häufig sind es Energieunternehmen, die die nötige Erfahrung mitbringen, oder Beteiligungsgesellschaften, die bereit sind, Risiken für die Erschließung übernehmen und als Betreiber auftreten. Eher zu den Ausnahmen gehört Unterhaching, wo eine Geothermiegesellschaft, die der Gemeinde gehört, ein so großes Projekt stemmt. Denn die Investitionskosten können zwischen 40 und 60 Mill. Euro liegen. Da wundert es nicht, dass Strom aus der Erde vor allem teuer ist. Eine Kilowattstunde kostet mehr ab 17 Cent. Im neuen Energieeinspeisungsgesetz soll die Vergütung für geothermischen Strom von 15 auf 16 Cent angehoben werden. Die Branche fordert jedoch deutlich mehr.
Trotzdem lässt sich das Riesenpotenzial erkennen: Jede Menge Projekte sind in der Entwicklung, so dass sich die Situation ab 2010 ändern wird. Allein in Bayern sind rund 80 Erdwärmekraftwerke im Bau oder geplant, die das Tiefenwasser anzapfen sollen. Deutschlandweit sind 150 Anlagen mit einer Investitionssumme von geschätzten vier Milliarden Euro in Vorbereitung.
Auf der Stromseite rechnet die geothermische Vereinigung 2020 mit einem Gigawatt installierter Kraftwerksleistung, 2030 sollen es schon drei Gigawatt sein. Experten rechnen damit, dass steigende Energiepreise dafür sorgen werden, dass Geothermie sich mehr und mehr rechnen. Nicht zu vergessen, die Exportchancen: Die Technikentwicklung könnte deutschen Firmen einen entscheidenden Vorsprung auf internationalen Märkten verschaffen. Dem Lockruf des hiesigen Erdschatzes sind schon einige gefolgt. Experten beobachten, dass der Run auf Geothermiefelder beginnt. „Der Oberrheingraben ist fast vollständig abgedeckt“, frohlockt Burgtorf. Das klingt fast wie die Rauferei um Erdölclaims in Dallas.
