In drei Regionen Deutschlands gibt es Thermalwasser in der nötigen Menge und Temperatur: im norddeutschen Tiefland, im Oberrheingraben und im süddeutschen Molassebecken. Bisher laufen neben Unterhaching aber nur zwei Geothermieanlagen, die auch Strom erzeugen: Ende 2007 ging in Landau in der Pfalz eine Anlage ans Netz. Sie liefert laut Homepage mit 3,0 Megawatt etwas weniger Strom als in Unterhaching geplant und hat weniger Wärmeleistung. Das älteste deutsche Kraftwerk in Neustadt-Glewe in Mecklenburg-Vorpommern ist seit gut vier Jahren in Betrieb. Es kann rund 210 Kilowatt Strom einspeisen, die Stromerzeugung wird im Winter zugunsten der Wärme eingestellt.
In Unterhaching soll in den nächsten Wochen die Leistungsfähigkeit der Anlage getestet werden, durchschnittlich soll sie 3,36 Megawatt Strom liefern. Das entspricht dem Verbrauch von rund 10 000 Haushalten. Die Wärmeversorgung startete schon im Herbst, mehrere tausend Bürger heizten im Winter erstmals mit der umweltfreundlichen Wärme aus der Tiefe - auch angesichts steigender Ölpreise hat dieses Heizen Vorrang. Bundesweit wurden laut Bundesumweltministerium 2007 durch Geothermie eine halbe Million Tonnen CO2 weniger in die Luft geblasen. Rund 150 Tiefengeothermie-Projekte zur Wärmenutzung oder zur Stromerzeugung sind bundesweit in Planung.
Dass das warme Wasser in Unterhaching versiegen könnte, befürchtet Bußmann nicht, da das Wasser zurückgepumpt wird. „Im Prinzip ist es eine unerschöpfliche Energiequelle.“ Allerdings könnten nach einigen Jahrzehnten neue Bohrungen nötig werden, wenn die Stelle um das Bohrloch ausgekühlt sei.
